BAD NENNDORF (pd). Obwohl die Bilanz beim Kriminal- und Ermittlungsdienst (KED) des Polizeikommissariats (PK) Bad Nenndorf für das vergangene Jahr eine Steigerung der Gesamtzahl der Straftaten aufweist, spricht der Leiter der Dienststelle, Michael-Andreas Meier von einem guten Jahr. Denn hinter den Zahlen in der Statistik für den Bereich KED liegen verschiedene Fakten, die im Verlauf eines Pressegespräches näher erläutert wurden.
Eine gute Nachricht benötigt keine weiteren Erklärungen: Die Zahl der Gewalttaten ist zurückgegangen.
Im Zuständigkeitsbereich des PK Bad Nenndorf, dazu gehören die beiden Samtgemeinden Rodenberg und Nenndorf, sind mehr Straftaten verübt worden. In der Summe stieg die Fallzahl von 1711 in 2012 auf 2081 im Vorjahr. Entgegen dem Landestrend, muss Meier in der Bilanzkonferenz einräumen. Er liefert aber auch gleich die Begründung dafür: Zum einen gab es da ja die Serie der Reifenstecherei in Lauenau, die mit 250 Einzeltaten in der Statistik registriert wird. Ein Tatverdächtiger sitzt in Haft, wie die neue Leiterin des KED, Heidrun Schäfer, berichtet. Da die Serie seit seiner Ergreifung abrupt endete, könne man nach ihrer Auffassung davon ausgehen, dass man den richtigen Mann für Serie von rund 250 Reifenstechereien gefasst habe, so Schäfer.
Auch eine zweite Serientat ließ die Zahlen in der Bilanz hochschnellen: Eine Briefzustellerin hat mehrfach Zustellungen aufgerissen und darin befindliches Geld entwendet. Die Frau hat die Taten gestanden. Mit dem Ende der Serien konnten die Ermittler ein Plus in der Sparte "Aufklärung" einfahren und daher liegt die Aufklärungsquote bei 71,72 Prozent. Die Zahl der Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit sind stetig rückläufig, sie sanken von 191 in 2012 auf 179 im Vorjahr, dass entspricht einem Rückgang um 6,28 Prozent. Kinder und Jugendliche begingen weniger Körperverletzungen und es gab 33,8 Prozent weniger Fahrraddiebstähle. Bei den Tageswohnungseinbrüchen gab es ein "gleichbleibendes Niveau", diese Aussage steht für 21 Delikte in der Zeit zwischen 9 und 21 Uhr.
Die Leichtgläubigkeit was Einkäufe im Internet angeht, findet auch in der Polizeistatistik ihren Niederschlag. Vermögens- und Fälschungsdelikte sind insbesondere beim Warenkreditbetrug um 35 Taten gegenüber 2012 gestiegen. Steffen Arndt, Leiter des Einsatz- und Streifendienstes, schilderte einen besonders krassen Fall. Ein Mann hatte im Internet "Goldbarren" gekauft und dafür eine Kaufsumme im vierstelligen Bereich bezahlt. Als die Ware bei ihm landete, fand er im Paket lediglich goldfarbene Metallbarren. Die Krönung: Laut Schilderung der Polizei war der Mann bereits zum zweiten Mal auf diese Masche reingefallen. Leichtgläubig sind die Leute auch, was die Herausgabe von Kontodaten oder Pin-Nummern angeht.