BAD NENNDORF (ag). "Wir sehen unsere Forderungen vollständig erfüllt", sagten die Einzelhändler der Bahnhofstraße um Wortführer Wolfgang Seifert nach der letzten Bauausschusssitzung der Stadt Bad Nenndorf am 10. Dezember. Dort haben sich die Ausschussmitglieder einstimmig für einen Vollausbau zur geplanten Sanierung der Bahnhofstraße ausgesprochen, der in mehreren Bauabschnitten vorgenommen wird. Der Ausschuss folgte damit der Empfehlung der Verwaltung und des Ingenieurbüros.
Durch die Planung von Bauabschnitten sind die Einzelhändler im Angesicht der Alternativen sehr zufrieden, kommt es dadurch doch zu niedrigeren Belastungen und Einschränkungen als erwartet.
"Von Bauabschnitten war am Anfang aber keine Rede", sagte Tankstellenbetreiber Wolfgang Seifert, sonst wäre die Gegenwehr der Nenndorfer Einzelhändler vermutlich geringer ausgefallen. Auch der Kanalbau, der vornehmlich in geschlossener Bauweise erfolgt, fällt zugunsten der Anlieger aus. Durch diese Variante findet die Arbeit hauptsächlich unter der Oberfläche statt und birgt nur sehr geringe Einschränkungen für den Verkehr.
Andreas Kruse vom beauftragten Ingenieurbüro Kruse führte in der Bauausschusssitzung zunächst aus, dass, unabhängig von der Vorgehensweise, ein Zweirichtungsverkehr während der Bauzeit ausgeschlossen sei. Bei Vollausbau oder Hochanbau komme generell nur eine Einbahnstraßenregelung mit Ampelschaltung in Frage. Gegen den Vollausbau hatten sich die Unternehmer vehement gewehrt.
Der Untergrund würde dabei vollständig erneuert werden. Das sei dann eine komplett neue Straße mit "deutlich mehr Qualität", erklärte Kruse. Als Gegenentwurf steht der Hochanbau, der den Untergrund größtenteils ausspart und die Kanäle in geschlossener Bauweise erneuert. Hier sprach Kruse von einer Sanierung der Straße, bei der etwa 65 000 Euro gespart werden könnten. Doch auch bei dieser Lösung gehe es zeitweise nicht ohne Ampelregelungen. Zudem müssten Gossen und Bordsteine angeglichen werden. Der Ausschuss entschied sich am Ende für den Vollausbau, mit der Auflage, die Belastungen durch Sperrungen und Ampeln möglichst gering zu halten. Durch Bauabschnitte soll die Einbahnstraße nicht länger als 135 Meter sein. Zunächst unklar war den Einzelhändlern, dass auch beim Vollausbau eine geschlossene Sanierung der Kanäle in einem Großteil der Bauabschnitte möglich ist. Dabei werden Schächte ausgehoben, die nur eine geringe Beeinträchtigung für den Verkehr verursachen.
Mit dem geschlossenen Kanalbau und den Bauabschnitten zeigen sich die Anlieger höchst zufrieden und sehen ihre Forderungen als erfüllt. Den Baubeginn datierte Kruse auf Mitte Mai.
Die Bahnhofstraße wird dann abschnittsweise erst auf der einen Spur von Rodenberger Allee bis Poststraße saniert, bis Ende 2014 folgt dann Stück für Stück die Sanierung der Gegenspur. Ins erste Quartal 2015 fällt die Sanierung bis zur Kurhausstraße. Die Anlieger zeigten sich nach der Sitzung erleichtert. Sie hatten nach einem ersten Beschluss im September mit der Vollsperrung gerechnet, was zu erheblichen Umsatzeinbußen geführt hätte. Foto: ag