REHREN A/R (nb). Die Freude war groß, dass ein Mann aus der Politik in der Kita zu Besuch sein würde. Gleich eine ganze Horde aufgeregter kleiner "Forscher" hat Bundestagsmitglied Sebastian Edathy empfangen. Auf Anregung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung war dieser angereist, um sich selbst einen Eindruck über das Konzept der Einrichtung zu machen.
Statt nur zuzusehen durfte Edathy jedoch selbst ausprobieren, womit die Kinder sich Tag für Tag beschäftigen. Unter Anleitung des Forschernachwuchses schickte er Gummibärchen auf Tauchgang, spießte Buntstifte durch einen Wasserbeutel oder ließ Vulkane mit Brausepulver "ausbrechen".
Ein kleiner Querschnitt durch das, was die Kinder selbst immer wieder entdecken. In ihrer Forscherecke dürfen sie experimentieren, werden teils darin angeleitet, dürfen sich aber auch frei mit den Materialien beschäftigen. Ziel ist es, den natürlichen Entdeckerdrang der Kinder spielerisch zu unterstützen, ihre Neugier zu nutzen und sie bereits während ihrer Kindergartenzeit an bestimmte Bereiche heranzuführen.
"Ich finde es gut, das Interesse an Naturwissenschaften spielerisch zu fördern", sagte Edathy. "So findet die erste Konfrontation nicht im Chemieraum der fünften Klasse statt, die Weichen werden früher gestellt." Viele Fähigkeiten werden so gefördert, die über das bloße Erleben naturwissenschaftlicher oder technischer Zusammenhänge hinaus reichen. Das Beobachtungsvermögen, aber auch sprachliche und soziale Kompetenz werden durch das gemeinsame Ausprobieren gestärkt.
"Geforscht" wird in der Kita bereits seit fünf Jahren, seit 2010 ist sie Mitglied der Stiftung "Haus der kleinen Forscher" geworden. Im vergangenen Jahr wurde die Einrichtung als erste im Landkreis offiziell für das Programm zertifiziert. Neben den Einzelexperimenten werden immer wieder Projektwochen zu einem Thema vorbereitet, nach deren Ende die Kinder mit einem "Forscherdiplom" ausgezeichnet werden. Erziehern und Kindern bleibt genügend Spielraum innerhalb des Konzeptes, um mitzugestalten und mitzuentscheiden, was gemacht wird. Dafür bilden sie sich regelmäßig weiter und beziehen auch die Eltern mit ein. Über den Besuch von Edathy haben sie sich sehr gefreut. "Die Kinder finden es toll, wenn jemand aus dem öffentlichen Leben kommt, der sich für sie interessiert", so Kita-Leiterin Heike Wunderlich Haage. Interessiert ist auch die Gemeinde, der sich die Kita beim letzten Dorffest vorgestellt hat. Eine "runde Sache für die Samtgemeinde", wie der stellvertretende Samtgemeinde-Bürgermeister und Ansprechpartner in Kita-Fragen, Kurt Junior, betont.Foto: nb
