Laut des Entwurfs haben auch Anregungen und Bedenken der Denkmalpflege zu dessen Überarbeitung geführt. Eine Stellungnahme lag allerdings nicht vor, was Bernd Zimmermann (WGN) und Bernd Hothan, beratendes Ausschussmitglied, sogleich bemängelten. Kritik äußerte Zimmermann aber auch, weil der Entwurf offenbar das im Juni vorgestellte Fledermausgutachten nicht mit einbezogen hat. Die vorhandene Kastanienreihe vor dem Haus Kassel bezeichnete er als "nicht erhaltenswert", da sie die Tiere nicht von der Grünfläche neben der Poststraße hoch zu der Buchenallee, sondern direkt vor eine Hauswand führe. Vielmehr bräuchten die Flugsauger vegetative "Sprungbretter", die diagonal und direkt im Übergang der Kurhausstraße in die Hauptstraße verlaufen. Als weiteren Punkt beanstandete er den Standort des Brunnen. Es sei zu überlegen, ob dieser nicht erst nach der Entscheidung des Wettbewerbs festgesetzt werden sollte. Insgesamt sei der Entwurf "schwach, wenn nicht sogar schlecht".
Auch Hothan tadelte die Planung. Kein frei nutzbarer Raum, falsch stehende Bäume, die fehlende Stellungnahme der Denkmalpflege – "Der zentrale Platz für Bad Nenndorf ist das nicht", sagte das beratende Ausschussmitglied. Im Gegensatz zu Zimmermann sprach er sich allerdings dafür aus, dass der Brunnenplatz feststehen müsse. Den teilnehmenden Künstlern könnten nicht Rahmbedingungen gegeben werden, die gar nicht gehalten werden. Ohne roten Faden könne das Gremium nicht entscheiden. Er forderte den Plan zurückzustellen und zunächst Klarheit zu schaffen, "damit Bad Nenndorf keinen halben, sondern auch einen ganzen Marktplatz bekommt". Letztlich beschlossen die Ausschussmitglieder erneut einstimmig, den Entscheid zum Kurhaus abzuwarten. Foto: jl
