1. Abschied mit einem "Finale furioso"

    Wolfgang Westphal geht in den Ruhestand / Bruckners Neunte lockt über 600 Zuhörer in die Klosterkirche

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    MÖLLENBECK (km). "Das Grandioseste und Genialste an symphonischer Musik, was vielleicht je komponiert wurde": Mit diesen Superlativen hatte Wolfgang Westphal bereits vor acht Jahren bei seiner ersten Aufführung die neunte Symphonie von Anton Brucker kategorisiert. Zu seinem Abschiedskonzert in der Möllenbecker Klosterkirche hatten sich rund 600 Zuhörer eingefunden, die von der Magie der Musik sichtbar ergriffen waren.

    Und das, obwohl es in der großen Kirche richtig eng war: Wer sich nicht rechtzeitig einen der etwa 500 Sitzplätzen hatte sichern können, der musste das von insgesamt über 200 Musiker intonierte - dem lieben Gott gewidmeten - Opus im Stehen genießen. Was Westphal schon verbal beschrieben hatte, das konnte das Publikum alsdann in andere Hirnregionen transponieren: Dass der erste Satz "sozusagen aus dem Nichts, aus einem Urzustand," beginne und der zweite Satz "eher kein Scherzo, sondern vielmehr ein skurriler Totentanz" sei - freilich ein recht lebendiger, rhythmisch pointierter".

    Im dritten und letzten Satz des unvollendeten Werks kehrte wiederum Ruhe ein: In die letzten Zeilen seines Komponistenlebens hatte Brucker verschiedene Themen aus seinem geistlichen Werk, aus seinen Messen, eingewoben - als "ein ganz persönliches Credo, ein Glaubensbekenntnis des Christen Anton Bruckner."

    Das "Te Deum", hatte Bruckner selbst verfügt, sollte im Fall seines vorzeitigen Ablebens der Symphonie als vierter Satz angefügt werden. Besonders beeindruckend: Dabei wirkte neben dem Göttinger Symphonie Orchester ein rund 160-köpfiger Chor mit. Ina Westphal (Sopran), Eva Schneidereit (Alt), Michael Simon (Tenor) und Stephan Bootz (Bass) sorgten für die solistischen Highlights, das gewaltigen Ensemble bildeten Mitglieder der Sankt-Martini-Kantorei Stadthagen, der Schaumburger Oratorienchor sowie der Jugendchor und Ehemalige der Evangelischen Singschule Sankt Nikolai.

    Dass die letzte große Vorstellung von Wolfgang Westphal nicht in der heimischen Nikolai-Kirche stattfand, hat einen besonderen Grund: die Akustik. In Möllenbeck, hatte der Dirigent zuvor erläutert, gebe es genau den vom Komponisten selbst für das Klangbild als optimal eingeschätzen Nachhall von bis zu sieben Sekunden. Foto: km

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