1. Politiker debattieren ohne Ende und ohne wirkliche Ergebnisse

    Zu viele Themen lähmen die Bauausschusssitzung

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    BAD NENNDORF (jl). Fast dreieinhalb Stunden hat der Bauausschuss bei seiner jüngsten Sitzung debattiert – und nur die Umsetzung eines Themas beschlossen. Künftig soll ein einseitiges Halteverbot den Verkehrsfluss in der Lehnhast verbessern. Abgesehen davon war die Liste der Tagesordnungspunkte einfach zu viel des Guten: der Bericht der Verwaltung, Innenstadtsanierung, zentraler Platz, Hohe Warte, Bebauungsplan-Änderung, Bahnhofstraße, Lehnhast, zwei Anfragen eines Ratsmitglieds und die Einwohnerfragestunde.

    Gleich den ersten vorgelegten Entwurf, die Planung zur Hohen Warte, verabschiedeten die Politiker nicht. Die Zustimmung zu einer Änderung des Bebauungsplans für den Bereich Ecke Käthe-Kollwitz-Straße/Rudolf-Albrecht-Straße musste ebenfalls aufgeschoben werden. Die Eigentümer des dort liegenden Grundstückes wollen einen Teil mit einem zusätzlichen Wohngebäude bestücken. Im Zuge dessen hielt Volker Busse (SPD) eine Gehwegverbindung vom Gerhart-Hauptmann-Weg zur alten Bahntrasse für möglich. Diese würde dann über das Grundstück der Eigentümer verlaufen und deren Baupläne einschränken. Busse betonte, dass das entsprechende Wegerecht bereits existiere. Neben einem Wegerecht könnte es sich aber möglicherweise auch um eine eingezeichnete Leitungstrasse handeln, wie Architekt und Stadtplaner Ivar Henckel erklärte. Dass diese grundsätzliche Frage für die Bebauungsplanänderung noch nicht im Verwaltungsausschuss geklärt worden war, kritisierte Bernd Zimmermann (WGN): "Das ist ein unsägliches Dilemma." Jetzt heißt Fakten klären und wieder einmal warten.

    Den siebten Tagesordnungspunkt, der Vorentwurf zur Bahnhofstraße, beschlossen die Mitglieder aus Zeitgründen – es war bereits kurz vor zehn Uhr abends – gleich auf die nächste Sitzung zu verschieben und den Referenten, Bauingenieur Andreas Kruse, unverrichteter Dinge wieder nach Hause zu schicken.

    Dafür entpuppte sich aber die Verkehrslage an der Lehnhast als das einzige Thema, das die Ausschussmitglieder per Beschluss auf den Weg zur Umsetzung brachten: In der Straße sollen künftig Halteverbotsschilder den Verkehrsfluss verbessern. Michael Kosian (WGN) meinte, Begegnungsverkehr sei nicht möglich und "das wird auch so bleiben". Er plädierte dafür, den Teilabschnitt ab der Rudolf-Albrecht-Straße bis zur Rodenberger Allee in eben dieser Richtung als Einbahnstraße auszuweisen. Volker Busse (SPD) kritisierte, dass dies den Verkehr insgesamt durcheinanderbringe. Er beantragte indes ein einseitiges Halteverbot. Dies soll sich von der Rodenberger Allee kommend auf der rechten Seite bis zur Einfahrt Lindenallee erstrecken. Der Ausschuss lehnte den Antrag auf eine Einbahnstraße mit 3:6 Stimmen ab und votierte für Busses Vorschlag mit 5:4 Stimmen. Das Ordnungsamt soll nun das Halteverbot einseitig ausschildern.

    Mit Blick auf die Uhr, deren kleiner Zeiger mittlerweile schon über die 10 gewandert war, regten einige Ausschussmitglieder an, ein Zwischentreffen vor der nächsten angesetzten Sitzung einzuberufen, um die Tagesordnung übersichtlich und abhandelbar halten zu können. Als Datum wurde der 28. August genannt. Foto: jl

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