Doch zurück zur Ausgangsfrage. Der VdK ist mit 1,6 Millionen Mitgliedern bundesweit die größte deutsche Interessenvertretung für Ältere, Rentner, Behinderte, Kranke, Sozialversicherte, Pflegebedürftige und Pflegende, Kriegs- und Wehrdienstbeschädigte, Zivildienstopfer, Unfall- und Gewaltopfer, Hinterbliebene, Berufs- und Erwerbsunfähige, Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger. "Ein breites Spektrum an Arbeit", wie Jutta Lorentzen als Vorstandsmitglied des Sozialverband VdK Niedersachsen-Bremen als Festrednerin betonte. Sie dankte dem Rintelner Ortsverband für seine langjährige und aufopfernde Arbeit. Der Ortsverband wurde 1953 von neun Mitgliedern gegründet und wird heute geführt von Klaus-Dieter Hellmann und Monika Hellmann als stellvertretende Vorsitzende. Beide freuten sich über den Besuch von Karl Lange (SPD) als stellvertretenden Bürgermeister und Friedrich-Wilhelm Rauch (CDU) als Ortsbürgermeister: "Dennoch haben es drei Parteien (Grüne, WGS, FDP) gar nicht für nötig gehalten, auf unsere Einladung zu reagieren", ärgerte sich der Vorsitzende. Karl Lange dankte in seinen Grußworten für die unermüdliche Arbeit der VdK-Mitglieder: "Rund 90.000 sind allein in Niedersachsen unterwegs, um Hilfe zu leisten wo sie nötig ist!" Er hob hervor, dass bei allen politischen Entscheidungen und Förderungen der Jugend auch die ältere Bevölkerung nicht vergessen werden dürfe.
In ihrer Festrede stellte Jutta Lorentzen deutlich heraus, dass die VdK-Geschäftsstelle in Hameln Ratsuchenden hilfreich beim Ausfüllen von Formularen zur Seite steht, Bescheide überprüft, Widersprüche auf Wunsch einlegt und VdK-Mitglieder bei Klagen und Berufungen vor zuständigen Gerichten vertritt: "Wir müssen immer wieder daran erinnern, dass Sozialleistungen, wie beispielsweise für Rentner, Pflegebedürftige, Kranke und Arbeitslose, zum großen Teil keine edlen Guttaten des Staates sind, sondern auf Beiträgen und Vorleistungen beruhen, die eigentumsrechtlich durch Artikel 14 des Grundgesetzes geschützt sind", so Frau Lorentzen.
Dabei wolle der VdK nicht zwischen den Generationen einen Konflikt herbeireden. In den laufenden Bundestagswahlkampf mischt sich der VdK mit dem Motto "Endlich handeln" ein und will damit die ständig sich weitende Kluft zwischen Arm und Reich bekämpfen. Dabei fordert der VdK, dass Armut nicht zur Normalität werden dürfe, Rente zum Leben ausreichen müsse, Gesundheit bezahlbar bleibe, Pflege menschenwürdig zu sein habe und Behinderung niemand ausgrenzen dürfe: "An Aufgaben und Arbeit wird es dem VdK auch künftig nicht fehlen; helfen Sie weiter mit, die anstehenden Probleme zur Zufriedenheit der Betroffenen und der Gesamtheit zu lösen", forderte Jutta Lorentzen die Anwesenden auf.
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