1. Farbenfroh, friedlich und so effektiv bunt gegen Rechts

    Innenminister und Bürger setzten sich für die Demokratie ein

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    BAD NENNDORF (Ka). Der Schaumburg-Lippische Landesbischof Karl-Hinrich Manzke läutete mit einem ökumenischen Gottesdienst den Auftakt zu einer friedlichen Gegendemonstration für die Gegner des Neonazi-Trauermarsches in der Kurstadt ein. Manzke rief für die Demokratie und die Achtung der Menschenrechte zum Widerstand gegen Rechts auf und sprach den Teilnehmern, unter anderem auch dem anwesenden Niedersächsischen Innenminister Boris Pistorius (SPD) aus dem Herzen. Dieser trat nach Gottesdienst-Ende bei der ersten Kundgebung des Bündnisses "Bad Nennorf ist bunt" vor das Mikrofon und stärkte in der Hauptstraße die rund 1.600 Demonstranten. Er lobte die Protestaktion der Bürger und zeigte sich beeindruckt von der Geschlossenheit. Die Worte: "Nicht Bad Nenndorf hat ein Problem mit den Nazis, sondern die Nazis haben ein Problem mit Bad Nenndorf", verfehlten ihre Wirkung nicht und stießen auf großen Applaus. Wie selbstverständlich führte Pistorius den mahnenden Umzug am Banner "Bad Nenndorf wehrt sich" mit Samtgemeindebürgermeister Bernd Reese und Bürgermeisterin Gudrun Olk an, der durch die Fußgängerzone zum Jüdischen Gedenkstein in der Kurhausstraße, wie auch zum kleinen Gymnasium in der Bahnhofstraße und zum Ort des Neonazi-Interesses "Wincklerbad" führte. Begleitet von drei Trommlern nahm der Bürgerprotest an Umfang zu. Die Zahl der Gegendemonstranten wuchs im Laufe des Vormittags auf über 2.000. Immer mehr Menschen reihten sich in die bunte und friedliche Demonstration ein. Die rund 1.800 Polizei-Einsatzkräfte vor Ort hielten sich diskret im Hintergrund und begleiteten in kleinen Abordnungen zu Fuß, wie auch beritten und mobil die Veranstaltung. Die Sicherheit der Bürger und die Versammlungs-Ordnung waren oberstes Gebot und bestens koordiniert. Nicht zuletzt, weil die Bürger-Protest-Aktion bis zum genehmigten Zeitpunkt um 14 Uhr im harmonischen Einklang stattfand. Die geschmückten Straßen und die bunten Banner, wie auch Transparente hielten nonverbale wie auch aussagekräftige Forderungen bereit. "Bad Nenndorf wehr sich" und das ganz entschieden gegen die Neonazi-Aufmärsche und steht für eine solidarische Zivilgesellschaft. Samtgemeindebürgermeister Bernd Reese unterstrich, dass eine Demokratie wehrhaft sein müsse und wer Unrecht duldet, stärke es und Hartmut Meine, Niedersächsischer IG-Metall-Bezirksleiter forderte das absolute NPD-Verbot. Die Chancen stehen nicht schlecht, so der Vorsitzende des NSU-Untersuchungsausschusses des Bundestages, Sebastian Edathy (SPD). "Wir überlassen den Feinden der Demokratie weder Herzen und Köpfe der Bürger, noch Straßen und Plätze.", so der Politiker. Die Bahnhofstraße gehörte erstmals seit 8 Jahren wieder 365 Tage im Jahr den Bürgern, denn seit 2006 veranstalten Neonazis jährlich am ersten Augustwochenende ihre sogenannten Trauermärsche auf der zentralen Straße. Das Verwaltungsgericht Hannover entschied Tage zuvor, dass die Marschroute der Rechtsradikalen durch Seitenstraßen führt und sie sich mit dem Gerichtsurteil im Abseits befinden. Foto: ka

    01 Hinter den "Gesichtern für Bad Nenndorf" steht auch die Polizei.

    02 Der Niedersächsische Innenminister Boris Pistorius ist von dem großen Bürgerprotest beeindruckt.

    03 Bad Nenndorf wehrt sich gegen die Neonaziaufmärsche und zieht den Innenminister (links im Bild) in bzw. an den Bann(er).

    04 MdB Sebastian Edathy verteidigt in der Bahnhofstraße gemeinsam mit mehr als 2.000 Bürgern die Demokratie.

    05 Bad Nenndorf steht auf und zeigt sich mit viel Farbe sehr couragiert.

    06 Die Bahnhofstraße gehört 365 Tage im Jahr den Bürgern.

    07 Das Medieninteresse ist bereits am Veranstaltungsvortag groß. Der Pressesprecher und Präventionsbeauftragte der Polizei Stadthagen, Axel Bergmann im Gespräch mit dem NDR.

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