1. 217 künftige Studenten checken für eine Woche in Rinteln ein

    Dozenten von acht Universitäten führen in das akademische Leben ein

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    RINTELN (km). Im gut gefüllten Brückentorsaal wurde am vergangenen Samstag die neunte Rintelner "Sommeruniversität" eröffnet. Volkshochschul-Direktorin Undine Rosenwald-Metz, Projektleiterin Bernadette Unger-Knippschild, Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz und die stellvertretende Landrätin Helma Harmann Grolm konnten dabei über 200 Teilnehmer begrüßen.

    Zu den "Stundenten" zählen auch in diesem Jahr einige Teilnehmer aus dem Ausland, darunter Gäste aus Polen, aus England und sogar ein Teilnehmer aus Bulgarien. Eine statistische Tendenz, die sich bereits in den letzten Jahren abgezeichnet hatte, konnte sich weiter manifestieren: Die Frauen sind massiv auf dem akademischen Vormarsch. Vor zwei Jahren waren schon einmal 80 Prozent der Sommeruni-Teilnehmer weiblich - diesmal sind es "nur" 75 Prozent.

    Zu den besonderen Intentionen der Sommeruni gehört nach wie vor die "Prophylaxe": Die profunden Vorab-Instruktionen sollen dazu beitragen, die nach wie vor hohe Zahl (rund 25 Prozent) der Studienabbrüche zu reduzieren, wie Undine Rosenwald-Metz verdeutlichte. Die Vorzüge Schaumburgs und speziell Rintelns priesen Helma Hartmann-Grolm und Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz, der sich besonders darüber freute, dass die insgesamt 217 Teilnehmer die Stadt für eine Woche erheblich verjüngen würden.

    Im tropisch klimatisierten Saal hatte Buchholz eingangs darauf hingewiesen, dass Grußworte hierzulande mehr Zeit einnähmen als etwa Streiks - und sich anschließend auf das Wesentliche beschränkt. Genauso wie Sommeruni-Mitinitiator Dr. Martin Beyersdorf von der Leipniz-Universität Hannover, der sein scherzhaft mit 30 Seiten beziffertes Redemanuskript freiwillig auf drei Seiten reduzierte - und dabei dennoch ein paar originelle Tipps parat hatte. Die angehenden Studenten sollten den Veranstaltungs- und Angebotsreigen einfach als umfangreiches Menü betrachten, und sich daraus schlicht das aussuchen, was ihnen schmecke.

    Als Gastredner hatten die Organisatoren diesmal Dirk Pörtner eingeladen. Der Geschäftsführer der Firma Heye aus Obernkirchenn stellte den jungen Leuten zunächst seinen Betrieb vor und räumte dabei mit einigen Missverständnisse auf. So stelle "Heye-International" kein Glas her - sondern komplette Industrie-Anlagen für Glas-Produzenten. Die Firma habe rund 400 Mitarbeiter und erwarte in diesem Jahr einen Umsatz von rund 80 Millionen Euro.

    Den angehende Studenten empfahl Pörtner, sich möglichst "hohe Ziele" zu setzen und das Leben "aggressiv" anzugehen. Zu einer guten akademischen Karriere zähle nicht nur fachliches Know how, sondern auch Allgemeinbildung und Sprachkenntnisse. Und Flexibilität: Die sei ein Leben lang gefordert. -

    Im Angebot der Sommeruniversität befinden sich diverse Seminare und Vorlesungen aus allen gängigen Studienfächern: Geschichte, Philosophie, Psychologie, Pädagogik, Jura, Politik, Theologie, Wirtschaftswissenschaft, Kunst, Musik, Technik und Naturwissenschaft. Um die Schülerinnen und Schüler kümmern sich Dozenten von zahlreichen norddeutschen Universitäten, Fachhochschulen und Akademien.

    Um die intellektuellen Bemühungen der Wissensdurstigen indessen nicht ins Verkrampfte abgleiten zu lassen, warten die Veranstalter abermals auch mit einem vielfältigen Freizeitprogramm auf. Den Auftakt bildete am Samstagabend eine "Welcome Night" in der Kulisse. Und das kulturelle Finale der Sommeruni findet wieder einmal im "Happy Night" statt. Beginn des Disko-Abends am kommenden Freitag ist um 22 Uhr, das Ende offen. Foto: km

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