Die relativ kleine face-to-face-Umfrage richtete sich an 2.415 deutsche Staatsangehörige (mit und ohne Migrationshintergrund) plus 95 Personen mit Migrationshintergrund ohne deutsche Staatsbürgerschaft. Anhand von Fragebogen ermittelte ein Berliner Meinungsforschungsinstitut die rechtsextreme Einstellung der Bürger. Trotz großer Zustimmung zur Demokratie als Staatsform, ist nach wie vor eine weite Verbreitung rechtsextremen Denkens auszumachen. Dabei gilt die Ausländerfeindlichkeit mit 25,1 Prozent, als die am weitesten verbreitete rechtsextreme Einstellung, so Melzer. Die Friedrich Ebert-Stiftung untermauert im Zweijahres-Rhythmus anhand von Studien das rechtsextreme Denken in Deutschland und weiß, dass es sich hierbei nicht um ein Randproblem, sondern um ein Denken in der Mitte der Gesellschaft handelt. Dr. Melzers Ergebnisse offenbarten im Fragenbereich sechs Dimensionen rechtsextremer Einstellungen, die einer Befürwortung einer rechtsautoritären Diktatur ebenso galt, wie dem Chauvinismus, der Ausländerfeindlichkeit, dem Antisemitismus, dem Sozialdarwinismus und der Verharmlosung des Nationalsozialismus, wobei die Ostdeutschen in der jungen Altersgruppe 14 bis 30 Jahre höhere Werte als in der Altersgruppe über 60 aufwiesen. Bezogen auf ganz Deutschland ist ein Anstieg rechtsextremen Denkens von 8,2 auf 9,0 Prozent zu verzeichnen. Während in Westdeutschland ein moderater Rückgang von 7,6 auf 7,3 Prozent auszumachen ist, steht ein massiver Anstieg rechtsextremen Denkens in Ostdeutschland von 10,5 auf 15,8 Prozent gegenüber. Zugleich ist die Zufriedenheit mit der Demokratie im Vergleich zu anderen Staatsformen mit 94,9 Prozent (West: 95,5 Prozent / Ost: 92,1 Prozent) erfreulich hoch. Antisemitismus ist bei rund jedem elften Deutschen manifest. Zum ersten Mal findet er sich bei Ostdeutschen häufiger als bei Westdeutschen. Generell gilt, dass Bildung als "Schutzfaktor" wirkt, denn Personen mit Abitur neigen prozentual deutlich weniger zu rechtsextremem Denken als Personen ohne Abitur. Im Anschluss fungierte Dr. Udo Husmann vom Bündnis "Bad Nenndorf ist bunt" als Moderator und leitete die Diskussions- und Fragerunde. Foto: ka
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Schutzfaktor "Bildung" hat einen Einfluss auf rechtsextremes Denken
Dr. Ralf Melzer informiert über die Mitte im Umbruch / Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung liefert Ergebnisse
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