1. Neuer Brunnen spaltet die Gemüter

    Für die einen laufen die Fontänen zu wenig, für andere sind sie eine Ruhestörung

    Dieser Eintrag wird bereitgestellt durch Schaumburger Wochenblatt | Impressum

    BAD NENNDORF (ag). Der im vergangenen Jahr installierte Fontänenbrunnen im Kurpark spaltet die Gemüter der Nenndorfer: Familien klagen über die geringe Laufzeit des Brunnens, während sich vor allem Senioren von dem Tumult um die "günstige Badeanstalt" gestört fühlen. In Bad Nenndorf wird der Vorwurf laut, die Beschwerden der Senioren haben zu einer Senkung der Laufzeiten des Brunnens geführt.

    Im Gespräch mit dem Schaumburger Wochenblatt erzählte Silke Busche, Geschäftsführerin der Kur- und Tourismusgesellschaft Bad Nenndorf (KurT), dass sich Senioren über die vom Brunnen ausgehende Ruhestörung beschwert haben. Die Kinder die diese "günstige Badeanstalt" zur Abkühlung und zum Spielen nutzen, seien zu laut. Handtücher auf den Rasenflächen und freie Oberkörper würden zudem die Idylle des Parkes stören.

    Auf der anderen Seite stehen vor allem Familien mit Kindern, für die die Fontänen eine kleine Attraktion sind. Wenn sie denn laufen: Nicht selten sitzen sie eine halbe Stunde am Brunnen, ohne dass überhaupt etwas passiert. Für sie ist der neue Brunnen ein schöner Treffpunkt, der den Kurpark belebt. Genau dafür sei der Brunnen schließlich auch gebaut worden, nicht umsonst stünden zahlreiche Bänke um ihn herum.

    Die Fontänen, deren Höhe und die Laufzeit des Wasserspiels werden von einem Computer gesteuert, der 48 Programme mit verschiedenen Aktivitäten nacheinander abspielt, erklärte Busche. In der Regel liefe der Brunnen zwei Mal in der Stunde, von 12 bis 19 Uhr. Die Dauer der Fontänen sei je nach Programm unterschiedlich, von zehn Minuten bis zu einer halben Stunde. Auch die Pausen zwischen den Intervallen variieren.

    Seit der Brunnen im Frühjahr vergangenen Jahres installiert wurde habe sich daran nichts geändert, betonte Busche. Daran zweifeln einige Passanten, die angaben, der Brunnen sei letztes Jahr noch durchgelaufen.

    Dass der Brunnen nicht den ganzen Tag oder zumindest die Nachmittagsstunden ohne Pause laufe, habe Kostengründe, erklärte die KurT-Geschäftsführerin. Es müsse nicht nur der Wasserverbauch, sondern auch das Abwasser bezahlt werden. Und gerade bei dieser Witterung verdunste eine Menge Wasser. In der Projektplanung sei jedoch von Anfang an gar nicht vorgesehen worden, dass der Brunnen ohne Pause läuft.

    "Der Brunnen ist letztes Jahr durchgelaufen", hält ein Bad Nenndorfer, der sehr viel Zeit im Kurpark rund um den Brunnen verbringt, dagegen. "Nachdem sich immer mehr Senioren über die spielenden Kinder beschwerten, wurde die Laufzeit weiter und weiter zurück gefahren", formuliert er den direkten Vorwurf.

    Sollte hier womöglich ein Kompromiss gesucht werden? "Es war doch klar, dass Kinder die Fontänen zum Spielen nutzen würden und das der Platz zum Treffpunkt wird", verweist der Bad Nenndorfer auch auf den nahegelegenen Spielplatz. Bei ihm stößt diese Handhabung auf Unverständnis. Wenn sich die Senioren an den spielenden Kindern stören, "können sie einfach ein Stück weiter den Kurpark hinauf gehen und dort ungestört den Vögeln lauschen". Warum hier zugunsten der Senioren gehandelt wird, kann der Bad Nenndorfer nicht verstehen. Schließlich läge der Stadt viel daran, junge Familien an den Ort zu binden.

    Busche weist den Vorwurf zurück, die Laufzeit des Brunnens sei verkürzt worden. KurT-Mitarbeiter Carsten Finke würde aber ohnehin davon abraten Kinder in dem Wasser spielen zu lassen, da dieses stark mit Chlor und Chemikalien versetzt sei.Foto: ag

  2. Kommentare

    Bitte melden Sie sich an