Eine zusätzliche Million soll für den Bau zweier Blockheizkraftwerke fließen, die Klinik und Landgrafen-Therme effizient mit Energie versorgen können. Eines ist bereits genehmigt, das zweite in Planung. "Wir sind entschieden, die Verpflichtungen, die wir als Land haben, zu erfüllen", so Schneider. Dazu gehört unter anderen Posten, das jährliche Defizit der Betriebsgesellschaft in Höhe von etwa 2,2 Millionen Euro auszugleichen. Gestecktes Ziel ist es, "die Beteiligung des Landes vernünftig zu gestalten" und Bad Nenndorf eine wirtschaftliche Entwicklung zu ermöglichen. Alles müsse jedoch im Verhältnis zum Nutzen stehen. Marktveränderungen und Entwicklungen im Badebetrieb hätten diese Maßnahmen nötig gemacht, mit seinen Investitionen habe das Land eine "angemessene Antwort darauf" gefunden. Nicht nur auf dem Papier, sondern in natura hatte Schneider die Objekte sehen wollen, die unter der Zuständigkeit seines Ministeriums stehen. Das zweite Staatsbad Niedersachsens, Bad Pyrmont, hatte der "Beteiligungsminister", wie er sich selbst nennt, bereits besucht. Nach drei Stunden des Kennenlernens und einer Besichtigung der aktuellen wie ehemaligen Bestandteile des Staatsbades und des Kurparks fiel sein Fazit positiv aus. Vergleichbar seien beide Bäder nicht, da beiden unterschiedliche Konzepte zu Grunde lägen. Schwerpunkte sieht die Regierung in Bad Nenndorf in Landgrafen-Klinik und -Therme. Für die Zukunft setzt Schneider auf eine enge Zusammenarbeit mit Stadt und Gemeinde. Umstrukturierungen hat das Ministerium bereits vorgenommen, um entsprechende Voraussetzungen zu schaffen. Die zuständige Beteiligungsverwaltung ist "gestrafft" worden, damit neben Größen wie dem Flughafen Hannover oder VW auch die Betreuung Bad Nenndorfs trotz begrenztem Rahmen intensiver werden kann. Schneiders Vorstellungen entspricht es, "öfter gemeinsam an einem Tisch zu sitzen".
Den Part des Landes übernimmt dabei Doktor Oliver Kiaman, der im "Referat 44" für die Landesbeteiligungen zuständig ist. Bürgermeisterin Gudrun Olk betonte, wie wichtig es für den Kurort sei, dass das Land sich kümmere. Die vergangene Zusammenarbeit zwischen Land, Stadt und der Kur- und Tourismusgesellschaft (KurT), etwa bei Messen, bewertete sie als gut. Fördermittel hätten dazu beigetragen, dass die Stadt alle notwendigen Dinge aus einem Guss hätte anpacken können, wie die Sanierung/Modernisierung von Straßen, der Wandelhalle und des Kurparks, um als Kurstandort weiterhin attraktiv zu bleiben und die entsprechenden Auflagen zu erfüllen. In acht Jahren muss sich Bad Nenndorf erneut seinen Kurstatus zertifizieren lassen. "Nur gemeinsam lässt sich so etwas erfolgreich gestalten", so Samtgemeindebürgermeister Bernd Reese. Der Besuch Schneiders endete mit dem Eintrag ins "Goldene Buch" der Stadt Bad Nenndorf, das Olk mit ins Moorbadehaus gebracht hatte und der nun die Verbindung zwischen Kur- und Landeshauptstadt auf eine neue, sichtbare Stufe hebt.
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