Dazu kam auch noch die übermäßige Feuchtigkeit, der es zu "verdanken" ist, dass ein Teil der Kirschenernte, kaum rot geworden, seinen Aggregat-Zustand schnell ins bräunlich-gasförmige ändert.
Durch die arktische Phase im Frühjahr war schon die Kirschblüte um satte drei Wochen verzögert worden, wie Gerd Beu, der Vorsitzende des Verschönerungs-Vereins resümierte - und genau so lange habe folglich auch die Ernte auf sich warten lassen.
Deshalb musste vor einigen Wochen auch der vier Kilometer lange Kirschen-Rundwanderweg eingeweiht werden - als noch keine Kirschen an den Bäumen auszumachen waren. In der Vorbereitungsphase hatte der Verschönerungsverein vor zwei Jahren einen Pomologen (Obstexperten) beauftragt, den Bestand an Kirschbäumen im Kirschendorf zu katalogisieren. Dabei waren einige bemerkenswerte Erkenntnisse zutage getreten. In Todenmann wurden zunächst 36 Süßkirschensorten gefunden, davon zwölf als sogenannte "rotbunte" und 24 "schwarzbunte" Sorten. Darunter befinden sich auch einige sehr seltene oder gar als verschollen geltende Sorten. Ein großer Teil davon ist in Baumschulen nicht mehr erhältlich.
Bei den seltenen Bäumen handelt es sich unter anderem um die Ochsenherzkirsche, die Bernsteinkirsche, die bunte Rube, die Doktorkirsche, die Flamentiner, um Fromms Frühe Herzkirsche, die Große Braune oder die Kronprinz von Hannover.
Daneben sind die gängigen Sorten vielfach anzutreffen wie die Burlat, Büttners Späte, die Knorpelkirsche, die Coburger Maiherzkirsche oder Schuhbacks Frühe.
Was kaum jemanden wundern wird, hat inzwischen das Landvolk Niedersachsen publiziert: Mit gut 14 Tagen Verzögerung dürfte Mitte September auch die Apfelernte starten. Und die Ertragserwartungen der betroffenen Obstbauern sind ebenfalls deutlich niedriger als in anderen Jahren. Foto: km
