1. Von Aquarellen über eiserne Stelen bis zur Schriftstellerei

    Kirchengemeinde plant Retrospektive über Leben von Eg Witt

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    RINTELN (km). Die Johannis-Kirchengemeinde plant im Herbst ein spannendes Ausstellungsprojekt: Eg Witt zeigt dabei sein Frühwerk und Werke des Übergangs. Anknüpfend an das Frühwerk mit Zeichnungen der Rintelner Altstadt und Aquarellen etwa von Weserlandschaften oder der Kirschenblüte in Todenmann (vieles davon ist bisher noch nie ausgestellt gewesen) wird die Weiterentwicklung des Künstlers bis hin zu abstrakteren und mythologischen Themen verdeutlicht, bei denen sich dann allmählich die von den Eisenskulpturen her bekannten Motive herausbilden.

    Eg Witt ist schon lange über die Grenzen Rintelns hinaus bekannt und hat mittlerweile über 100 Ausstellungen im gesamten Bundesgebiet sowie Präsentationen unter anderem in Italien, England, in der Schweiz, in Belgien, Frankreich und in China mit seiner Kunst bestückt. Die Ausstellung - anlässlich des 70. Geburtstag des Künstlers - wird vom 21. Sptember bis zum 20. Oktober im Johannis-Kirchenzentrum zu sehen sein.

    In der Retrospektive auf die Anfangsjahre seines Schaffens können die Besucher Witts frühe Zeichnungen von Motiven der Rintelner Altstadt sehen, die immer noch sehr bekannt sind. Dazu kommen Landschaftsaquarelle heimischer Motive. Seit mittlerweile einigen Jahrzehnten haben sich die Motive und der Malstil des Künstlers unterdessen stark verändert. Man begegnet nicht mehr nur den in Rinteln vertrauten Glasbläsern, sondern auch "Kuhkumpeln" und "Stammhaltern"... - Einige Motive seiner Gemälde wurden dann auch zu Eisenskulpturen, die sich unter anderem in den Stadtbildern Rintelns, Hamelns und Bückeburgs wiederfinden. In den letzten Jahren hat sich Witt auch als Schriftsteller betätigt (Glutofen, Weserblues).

    Die in der Johannis-Kirchengemeinde geplante Ausstellung erinnert zunächst an die frühen Zeichnungen und präsentiert zum Teil noch nie ausgestellte Aquarelle und Ölbilder. Spannend ist dann die Dokumentation der Weiterentwicklung des Künstlers vom naturalistischen Stil über expressionistische Anklänge hin zu seiner teils abstrakten, ganz eigenen Zeichensprache, zurückgreifend auch auf mythologische Motive (zum Beispiel die Kuh Audumla aus der Edda).

    Dabei wird auch ein zeitkritischer Ansatz deutlich, indem Witts Motive zum einen die Einheit und Zusammengehörigkeit alles Lebendigen (Mensch, Tier, Pflanze) darstellen, so etwa die Stammhalter als Verbindung von Mensch und Baum. Zum anderen drückt sich deutlich eine Kritik gegenüber dem technischen Lebensstil aus, der die Umwelt zerstört (Motive: die Erde am Abgrund oder als Opfer eines riesigen Baggers). Der Künstler mahnt an, was in den Kirchen als Verpflichtung zur Schöpfungsverantwortung zur Sprache kommt. -

    Begleitend zu der Ausstellung soll in einer Auflage von rund 300 Exemplaren ein Künstlerbuch erscheinen, das über die Ausstellung hinaus Bilder bietet, aber auch autobiographische Texte und Reflexionen des Künstlers sowie private Fotos. Vor allem der geplante hochwertige Druck des Buches verursacht entsprechende Kosten. Deswegen sind die Organisatoren auf der Suche nach Unterstützung durch Sponsoren, ohne deren Hilfe der ambitionierte Plan sich nicht verwirklichen ließe. Obwohl Sparkasse, Stadtwerke und Schaumburger Landschaft bereits zugesagt haben, klafft noch eine Finanzierungslücke von rund 3000 Euro. Wer das Projekt unterstützen möchte, wird um eine Spende an das Kirchenamt Wunstorf gebeten (Sparkasse Schaumburg BLZ 25551480, Konto510346166, Stichwort: "Ausstellung Witt, Johannis Rinteln"). Jeder Spender bekommt eine Bescheinigung, und wer seinen Beitrag bis Anfang Juli leistet, der kann in dem Buch auch noch in die Liste der Sponsoren aufgenommen werden. Foto: km

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