1. Scharfe Kritik vom Ortsbürgermeister an "Pollermania"

    Selbständige und Gewerbetreibende verlieren durch Sperrung Kunden / Joachim von Meien legt eigenen Vorschlag vor

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    RINTELN (ste). Auf den Vorschlag der SPD/Grünen, Poller im Bereich der Kreuzstraße für eine nächtliche Sperrung der östlichen Altstadt einzubauen, reagierte Ortsbürgermeister Friedrich-Wilhelm Rauch in ungewohnt scharfer Form.

    Statt für alle Gewerbetreibenden Politik zu machen, warf er SPD und Grünen vor, lediglich Vorschläge für einen einzelnen Gewerbetreibenden zu machen; für die Burghofklinik. Und dabei nimmt Rauch kein Blatt vor den Mund: "Sie lassen sich vor den Karren spannen!" Und er rät: "Liebe rot-grüne Kolleginnen und Kollegen, wir empfehlen euch, macht die Augen auf, denn es gibt sie noch, die anderen Selbständigen und Gewerbetreibenden in unserer schönen Weserstadt!"

    Denn die anderen würden unter der Sperrung leiden und verlören Kunden. Nicht gerade zimperlich geht Rauch auch mit den Interessen der Burghofklinik um: "Es gibt angeblich Probleme, die Patienten zu therapieren, da diese nachts nicht schlafen könnten. Die Vorgänger der heutigen Klinikleitung, Dr. Dogs und Dr. Schlimbach, konnten unseres Wissens durchaus in der Ritterstraße therapieren, obwohl seinerzeit die Ritterstraße in beide Richtungen befahrbar war und zwar mit 50 km/h!"

    Die Betten der Klinik lägen in Richtung Innenhof und ob es dort zu einer Lärmbelästigung im Zeitfenster zwischen 22 Uhr und 6 Uhr morgens ("...also in der Rot/Grünen-Sperrzeit) käme, bezweifelte Rauch in einer Pressemeldung.

    An SPD und Grüne gewandt: "Liebe Ratskolleginnen und -kollegen von Rot und Grün, wie sehen eure weiteren Verkehrskonzepte aus? Weitere Sperrungen, beispielsweise wegen des hohen Verkehrsaufkommens im Helene-Brehm-Weg oder Poller im Wilhelm-Busch-Weg? Gleiches Recht für alle Bürger?!"

    Kein gutes Haar lässt Rauch auch an der Schranke Dauestraße, einst von seinen eigenen Parteikollegen durch den Rat gebracht: "Die hat uns bislang 200.000 Euro gekostet!" Rauch lässt seine Phantasie über defekte Pollerelektrik kreisen und malt Szenarien eines solchen Falls an die Wand. Am Ende ständen Geschäftsschließungen an: "Wo sollen die Burghofpatienten dann die vielbeschworenen 2,4 Millionen Euro pro Jahr ausgeben, die sie jetzt angeblich in Rinteln lassen?" Er selbst habe in den Nächten vom 19. auf den 20. und vom 20. auf den 21. Juni Verkehrszählungen von 00.00 Uhr bis 3 Uhr durchgeführt und dabei einmal fünf und einmal drei Fahrzeuge gezählt: "Das sind doch Zahlen, die sollten uns wirklich beunruhigen - oder nicht?", fragt Rauch.

    Unterstützung erhält er von Dr. Joachim von Meien von der CDU-Ratsfraktion. Er präsentierte einen eigenen 5-Punkte-Kompromissvorschlag zur Verkehrsberuhigung. Voran stellte er, dass die CDU grundsätzlich gegen Schranken-oder Pollersperrungen auf öffentlichen Straßen in Rinteln ist. Verkehrsberuhigung könnte seiner Meinung nach erreicht werden, wenn man in der Ritterstraße bei der Burghofklinik ein Baumtor - ähnlich dem in der Krankenhäger Straße - errichtet würde. Der Graebeweg soll wieder als Einbahnstraße in Richtung Ernestinum ausgeschildert werden.

    In der Drift soll der Busverkehr in Abstimmung mit den Anwohnern erheblich reduziert und

    alternativ über die Westumgehung geleitet werden. Kissen, Aufpflasterungen/Baumtore, Geschwindigkeitsbeschränkungen oder Fahrbahnverengungen könnten auch für die Drift angedacht werden.

    Und außerdem sollen die Geschwindigkeitskontrollen erheblich erhöht werden.Foto: ste

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