1. "IGS kann nur da sein, wo IGS auch drin ist"

    Schulausschuss berät über Einrichtung weiterer IGS

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    LANDKREIS (nb). Die Debatte um die mögliche Einrichtung weiterer IGS im Landkreis geht in die nächste Runde. Der Schulausschuss hat sich dafür ausgesprochen, auf Antrag der SPD-Kreistagsfraktion die entsprechenden Möglichkeiten zu prüfen. Dazu gehört ebenso, mit den betroffenen Gemeinden, Schulleitungen und Elternvertretungen Kontakt aufzunehmen. Dass die "Weiterentwicklung der Schullandschaft in Richtung Gesamtschulen" Elternwunsch ist, gilt dabei als erwiesen. Anwärter sind die einst abgelehnten Standorte Rinteln und Lindhorst, die daraufhin in jüngster Vergangenheit als Oberschulen umfunktioniert worden sind. Lehrer und Eltern der Magister-Nothold-Schule in Lindhorst stehen einer Umwandlung zur IGS bereits jetzt positiv gegenüber, wie Schulleiterin Ulrike Rehn berichtete. Vor dem Hintergrund der Schülerzahlenentwicklung hoffen sie den Schulstandort damit absichern zu können. Seit diesem Schuljahr wird die Oberschule nur noch zweizügig geführt, für das neue Schuljahr lagen zum Zeitpunkt der Sitzung ebenfalls nur etwa 30 Anmeldungen für den fünften Jahrgang vor. Vier weniger als im letzten Jahr. Ein Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen untermauert den Handlungsbedarf. Demnach seien alle "zu Gebote stehenden Möglichkeiten auszuschöpfen". "Die Angst ist im Kollegium zu spüren", so Rehn, "zweizügig mit Tendenz fallend ist nicht so eine Perspektive für die Zukunft". "Würden wir nicht an die IGS in Rodenberg abgeben oder hätten wir Schüler aus Hagenburg, dann wären wir eine ganz normale Schule" ist Cerstin Bayer von der SPD-Lindhorst überzeugt. Den Eltern gehe es vor allem darum, wohnortnah qualitativ hochwertige Schulen im Angebot zu haben, so Bernd Wolf vom Kreiselternrat. Die Übergangszahlen der Schüler auf Gymnasien lägen derzeit bei 50 Prozent, was sich nicht so schnell ändern werde. Günter Kasulke (Grüne) hielt den hohen Anteil an Kindern mit gymnasialer Empfehlung an IGS dagegen. Er gehe davon aus, dass sich mit der Einrichtung weiterer IGS auch die Übergangsquote ändern werde. Wie die Perspektive vor dem Hintergrund allgemein sinkender Schülerzahlen aussieht, muss im Zuge weiterer Beratungen geklärt werden. Feuerbach betonte, dass seine Partei zwar durchaus offen für weitere IGS in Schaumburg sei, es müsse jedoch der reale, tatsächliche Bedarf ermittelt werden. 1100 Schüler würden ab dem Sommer 2018 nur noch eingeschult, so der CDU-Fraktionsvorsitzender Gunter Feuerbach. Eine Zahl, die sich von da an fortsetzt. Schulangebote müssten auf eine Ein- bis Zweizügigkeit ausgelegt sein, die Oberschule sei gesetzlich derzeit die einzige Schulform, die das zulasse. Ein weiteres Kriterium sei zudem die Frage der Ausstattung neu eingerichteter IGS. Die zuletzt eingerichteten Gesamtschulen in Rodenberg, Helpsen und Obernkirchen müssen im Gegensatz zur dienstälteren IGS Schaumburg ohne Schulsozialarbeit und Ganztagsbetrieb auskommen. "IGS heißt ein bisschen mehr als nur ein anderes Türschild", betonte Kreisschuldezernentin Katharina Augath. Bayer ist der gleichen Ansicht: "IGS kann nur sein, wo IGS auch drin ist". Die Voraussetzungen im Vergleich zur Oberschule müsste stimmen, die derzeit zumindest zwei ganze Schultage pro Woche, Schulsozialarbeit und die didaktische Leitung zu bieten hat. Eine Schlechterstellung dürfe es nicht geben. Bevor es konkret werden kann, muss die Landesregierung jedoch die nötigen Voraussetzungen schaffen. Über einen Gesetzesentwurf, der die Vorgabe der Fünfzügigkeit auf Vier- oder Dreizügigkeit ändern und ein IGS-Abitur nach 13 Jahren wieder möglich machen könnte, wird noch im Juni im Plenum entschieden. Zumindest Lindhorst hat die nötigen Hausaufgaben mit Barrierefreiheit, Mensa, Infrastrukturmaßnahmen und Busbahnhof bereits gemacht.

    Foto: nb

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