RINTELN (km). Die Serie von Brandstiftungen, die seit Anfang des Jahres Feuerwehr und Polizei auf Trab hielt, ist aufgeklärt: Die beiden Haupttäter, zwei 19 und 21 Jahre alte Rintelner, stellten sich in der vergangenen Woche selbst der Polizei - möglicherweise aufgrund des enormen "Fahndungsdrucks", wie Kripo-Chef Jörg Stuchlik vermutet.
Das erste - noch eher unspektakuläre - Feuer wurde am zweiten Januar vermeldet, als in Engern eine Mülltonne brannte. Die nächste Tat hatte da schon ein anderes Kaliber: Nur zwei Tage später ging an der Kasseler Landstraße eine alte Lagerhalle an der Kasseler Landstraße in Flammen auf.
Noch drei weitere Male schlugen die Täter im Januar zu: Am 19. steckte sie am Weseranger eine Gartenhütte an, am 20. diverse Strohballen in Hohenrode. Wie gut Stroh brennt, ist zwar allgemein bekannt, aber in diesem Fall waren die Flammen kaum zu bändigen: Über 14 Stunden, rekapitulierte Jörg Stuchlik, habe der Einsatz der Feuerwehr gedauert. Der Sachschaden wurde allein in diesem Fall auf rund 30.000 und insgesamt auf bis zu 250.000 Euro geschätzt.
Ob die Täter - zu denen die Polizei noch vier weitere Personen rechnet, darunter auch zwei junge Frauen im Alter von 17 und 20 Jahren - selbst von dem Ausmaß ihres letzten Coups so beeindruckt waren, dass sie im Folgenden erst einmal eine rund dreimonatige Pause einlegten, kann bestenfalls gemutmaßt werden. Über die Motive jedenfalls kann auch die Polizei bis dato nichts Definitives sagen. Im April und im Mai nichtsdestoweniger brannten erneut ein paar Tonnen: Am 14. April in einer Kleingartenkolonie, und am 17. Mai an der Großen Tonkuhle und in Deckbergen.
Die beiden Haupttäter sitzen nach einem Antrag der Staatsanwaltschaft Bückeburg auf Anordnung des Rintelner Amtsgerichtes jetzt in Untersuchungshaft. Der "Status" der Mittäter, so Jörg Stuchlik, darunter auch noch zwei 18 und 27 Jahre alte Männer, werde derzeit geprüft. Als annähernd "positiv" wertete Jörg Stuchlik neben der Tatsache, dass die Brandstifter sich selbst gestellt haben, möglicherweise auch den Umstand, dass die Beschuldigten offenbar nur dort zündelten, wo keine Menschen in Gefahr hätten geraten können.