LANDKREIS (ste). 150 Jahre SPD wird auch im Unterbezirk Schaumburg gebührend gefeiert. In der Sparkasse Schaumburg in Rinteln startete eine Ausstellung mit 20 Schautafeln mit Bild und Text der Friedrich-Ebert-Stiftung, die außerdem noch in der Wandelhalle Bad Nenndorf (bis zum 16. Mai) und danach im Kreishaus in Stadthagen (21. bis 24. Mai) und im Hubschraubermuseum in Bückeburg bis zum 30. Mai zu sehen ist.
Eine "...bewegte und stolze Geschichte" habe die Sozialdemokratie in Deutschland hinter sich, ist sich der Jubiläumsbeauftragte der SPD, Jürgen Paxmann, sicher. Er konstatierte in der Festschrift: "Heute feiern wir, morgend geht es wieder an die (politische) Arbeit!"
Paxmann freute sich, dass Jürgen Borcherding einen kurzen geschichtlichen Rückblick in der Festschrift der SPD zusammengetragen hat.
1863 war das Geburtsjahr der Sozialdemokratie, die symbolisch für den Kampf der Gesellschaften um eine Modernisierung der alten ständisch und herrschaftlich geordneten Staaten steht. Aus der Arbeiterbewegung entstand eine politische Kraft.
Wilhelm Liebknecht und August Bebel ebneten den Weg der Sozialdemokratie zur heutigen SPD. 1887 fand die erste SPD-Versammlung im Schaumburg-Lippe statt, doch erst 1910 entwickelte sich die SPD von der Klassen- zur Massenpartei.
Feiern will die SPD ihr Jubiläum nicht nur mit der Ausstellung. Die Festschrift wird in 5.000 Exemplaren an Interessenten verteilt und der Haupt-Festakt findet am 31. Mai in der Liethhalle in Obernkirchen statt. Dann wird unter anderem Franz Müntefering als Gast erwartet und in einer Gesprächsrunde stellen sich Sebastian Edathy, Karsten Becker und andere den Fragen von Schülern und Journalisten. Außerdem ehrt die SPD langjährige Mitglieder in einem würdigen Rahmen.Die Festschrift widmet sich übrigens nur in wenigen Seiten der Historie, lässt dafür aber der jüngeren Vergangenheit und der Gegenwart der SPD viel Raum und Platz.
So kommen unter anderem Otto Bartels aus Obernkirchen, Heiner Bartling aus Rinteln, Jan-Philipp Beck aus Stadthagen, Albert Brüggemann aus Bückeburg, Cord Busche aus Lindhorst, Sebastian Edathy als MdB, Constanze Fischer als "Jung-Mitglied", Wolfgang Foerstner als "Alter Hase", Konrad Götze aus Bad Nenndorf, Eckhard Ilsemann aus Nienstädt und viele weitere SPD-Getreue zu Wort. Akribisch haben Gerhard Borcherding und Jürgen Paxmann ein buntes "who is who" der SPD in der Festschrift zusammengetragen und machen die Schrift damit zu einem Muss für jeden, der mit der SPD das Jubiläum feiern möchte.
Nach dem Motto von Franz Müntefering "Viel erreicht - viel zu tun" steht das Jubiläum jedoch auch im Zeichen der nahenden Bundestagswahl, bei der die SPD zusammen mit den Grünen einen Politikwechsel in der Bundesregierung anstrebt. Denn, so der SPD-Parteivorstand mit seiner Pressestelle in Berlin: "Die Frage der sozialien Gerechtigkeit ist heute so aktuell wie 1863, als die prekäre soziale Lage der Arbeiterschaft Ferdinand Lassalle zur Gründung des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins veranlasste!"
Im Internet ist unter "150-jahre-spd.de" eine Jubi-Seite eingerichtet, die mit einfachen Fragestellungen wie "Was kommt woher?" und "Was führt wohin?" Antworten auf gesellschaftliche Fragen geben soll. Eine Feier zum SPD-Jubiläum findet auch am 23. Mai in Leipzig statt und der zentrale Festakt ist am 17. und 18. August auf der Straße des 17. Juni in Berlin. Foto: ste
