STEINBERGEN (km). Der Arbeitskreis Kulturlandschaft im Heimatbund der Grafschaft Schaumburg und die Rintelner Ortsgruppe des Naturschutzbundes (NABU) führten jetzt ihre erste gemeinsame Veranstaltung in diesem Jahr durch. Im Rahmen eines rund einstündigen Spazierganges wurden dabei historische und naturkundliche Besonderheiten zwischen Steinbergen und Engern vorgestellt werden.
Ziel des Ausflugs war es, die Vielfalt der Landschaft insgesamt in den Blick zu nehmen. Von der "Grafensteiner Höh" aus startete die rund 20-köpfige Gruppe unter der Leitung von Museumsleiter Dr. Stefan Meyer auf dem rustikal-idyllischen Parcours zunächst durch Steinbergen und dann in Richtung "Engersche Schweiz".
Zu den ersten von über zehn Stationen zählte die Sankt-Agnes-Kirche, die auch gleich die Verbindung von Steinbergen zu Engern herstellte: Zum Kirchspiel Steinbergen gehört auch Engern - dessen Bürger früher zur Kirche in Exten gingen. Die Agnes-Kirche ist eines der jüngeren Gotteshäusern in Rinteln: Sie wurde im Jahr 1888 gebaut. Mit ihrem über 55 Meter hohen Turm ist sie das höchste Gotteshaus im Wesertal, einige Meter höher als der Turm der Nikolai-Kirche. Ein weiterer "Superlativ": Die evangelisch reformierte Kirchengemeinde Steinbergen ist die südlichste ihrer Art im Kirchenkreis Grafschaft Schaumurg.
Auf dem Weg in die "Engersche Schweiz" konnten die Vertreter der NABU einiges über Fauna und Flora berichten - zu Beispiel über diverse essbare Pflanzen in der momentan nachgerade explodierenden Natur. Engern wurde um das Jahr 1160 erstmals erwähnt. Der Name stammt vermutlich von dem "Anger", einer großräumigen Freifläche im Zentrum des Dorfes, die an der Südseite der heutigen Bundesstraße gelegen haben soll - im Bereich des heutigen Schweinemarktes. Engern war früher einmal Sitz eines in regelmäßgen Abständen tagenden, herrschaftlichen "Gogerichts" (auch Gaugericht, Gowgericht oder Grafengericht). Die bereits von Karl dem Großen eingerichtete Institution hielt sich bis in das späte Mittelalter. Foto: km
