1. "High Society" trifft nicht den Nerv der Zuschauer

    Das Theater für Niedersachsen gastiert in Rinteln

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    RINTELN (ste). Der Saal war voll, das Publikum erwartungsvoll, die Akteure auf der Bühne spielfreudig und leistungsbereit, doch der Stoff, auf dem sonst die "Träume" sind, bewegte sich nicht von der Oberfläche hinweg und zeigte keinen Tiefgang. "High Society", das Musical von Cole Porter und Arthur Kopit, in Szene gesetzt vom Theater für Niedersachsen, hatte alles für einen echten Hit, von der Bühnenausstattung über die Darsteller bis hin zur Musik. Nur bei der Umsetzung des Themas wollte einfach der Funke nicht überspringen. Es war am Ende nur "nett"; für ein Musical jedoch keine ausreichende Bewertung. Der Polterabend bei den "oberen Zehntausend" mit seinen Dialogen und der Musik, bei der Tracy Lord, eine schöne und verwöhnte junge Frau ihre Hochzeit mit George noch einmal überplant, wird zu einem Schauplatz von Irrungen und Verwirrungen der Liebe. Der Auserwählte George ist nämlich ein Moralpedant und ausgemachter Langweiler. Und so kommen Schwester Dinah - die hartnäckige Intrigantin - und Dexter, Tracys Ex-Mann und charmanter Lebemensch, ins Spiel und stiften zusätzliche Verwirrung. Liz und Mike, zwei eingeschleuste Klatschreporter, sind zum Spionieren gekommen und da sich die Lords neben Papas Geliebter keinen weiteren Skandal leisten können, ist jeder bemüht, nicht aus der Rolle zu fallen. Als nach einer durchzechten Partynacht die ganze Hochzeit auf der Kippe steht, sind für ein Happy End nur noch ein wenig guter Wille und ein abreisender George nötig: Dexter und Tracy finden ein zweites Mal zueinander und retten so Schampus, Schmaus und schönen Schein, eben oberflächliches High-Society-Gehabe.

    Im Mai wird es dann wieder tiefgründiger beim Kulturring, wenn die "Mindener Stichlinge" kommen.Foto: ste

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