1. Sogar Freimaurerinnen sind heutzutage keine Seltenheit

    Uwe Kurt Stade berichtet spannend über Anfänge der "geheimen" Logen

    Dieser Eintrag wird bereitgestellt durch Schaumburger Wochenblatt | Impressum

    RINTELN (km). Das Geheimnisvolle um die Freimaurer in Rinteln und Umgebung im 18. Jahrhundert ist jetzt nicht mehr ganz so geheim: Am vergangenen Donnerstag lüftete Uwe Kurt Stade den vermeintlichen Schleier und versorgte eine interessierte Zuhörerschaft im Museum Eulenburg mit den Ergebnissen seiner jahrelangen Recherchen.

    Das 18. Jahrhundert war nicht nur die Zeit der Aufklärung, sondern auch die Zeit der Geheimen-Gesellschaften. Was keineswegs ein Widerspruch sei, wie Stade verdeutlichte: Es war eine Zeit, in der gebildete Menschen nach einer zweiten, geistigen Welt suchten - es war ein Jahrhundert der Suchenden. Vor allem in Deutschland: Während in den USA zum Beispiel mehr Wert auf das Caritative und den "good guy" gelegt worden sei, so Stade, hätten sie Freimaurer hierzulande mehr Wert auf das Philosophisch-Weltanschauliche gelegt.

    Uwe Kurt Stade hatte sich in den vergangenen Jahren intensiv mit der Geschichte der Freimaurerlogen befasst, in Archiven und Museen in Berlin, Bayreuth und im Rintelner Stadtarchiv recherchiert. Dabei wurde deutlich, dass der erste "Run" auf die "Geheimgesellschaft" nicht einmal 80 Jahre lang währte: 1717 wurde die erste Loge in London gegründet, 1793 kam das Aus durch ein Verbot von Napoleon. 1776 entstand auch in Rinteln eine Loge, gegründet von dem erst 22-jährigen Georg Gottlieb Maximilian von Hammerstein, einem, so Uwe Kurt Stade, trotz seiner jungen Jahre äußerst charismatischem Freiherren - der vermutlich gerade wegen seiner Chuzpe und Furchtlosigkeit bald scheiterte und zurücktrat, nachdem er von einem missgünstigen Kollegen "gemobbt" worden war. Erstaunlicherweise fand sich anschließend keiner, der sich die Leitung der Rintelner Loge zugetraut hätte, so dass bereits nach einigen Jahren Feierabend war.

    Die letzten Relikte aus der Zeit um 1780 waren übrigens noch bis vor wenigen Jahren in Rinteln evident: Der "Goldene Löwe" in der Weserstraße, auch "Universitäts-Kommisse" genannt, war das Stammlokal der Loge - die sich folglich auch selbst "Goldener Löwe" nannte, da alle Logen sich üblicherweise nach dem Lokal benannten, in dem sie sich trafen. Dass es in Rinteln eine weitere Gesellschaft namens "Nesselblatt" gab, konnte Uwe Kurt Stade im Rahmen seiner intensiven Recherchen nachweisen - und sich auch wissenschaftlich attestieren lassen. In Deutschland gibt es heute noch rund 9000 Freimaurer, die sich auf etwa 130 Städte verteilen. Im Schaumburger Land gehört dazu auch Stadthagen. Viele Vorurteile über die "Geheimgesellschaften", die ursprünglich weniger von Maurern als tatsächlich von Architekten und Baumeistern ins Leben gerufen worden waren, konnte Uwe Kurt Stade entkräften: So gebe es etwa keine Vorgaben in Sachen Philosophie oder Glauben - oder Genus: Denn sogar Logen für Frauen sind heutzutage kein Tabu. Foto: km

  2. Kommentare

    Bitte melden Sie sich an