1. Rintelner CDU will so richtig "Gas geben"

    Bundestagskandidat Mike Beermann stellt sich als der "Kümmerer" vor / Neuer Vorstand gewählt

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    RINTELN (ste). "Es gibt wohl nichts zu kritisieren an unserer guten Stadtverbandsarbeit", mutmaßte Ulli Seidel, denn nur gut 20 CDU‘ler waren zur Jahreshauptversammlung gekommen, auf der auch der Bundestagskandidat der CDU für den Wahlkreis Nienburg II/Schaumburg, Mike Beermann, seine Antrittsrede bei der Rintelner Union hielt. Die wenigen Anwesenden könnten tatsächlich ein Zeichen für Zufriedenheit mit dem Stadtverband sein, denn die CDU "...gibt Gas", wie Kay Steding betonte, der zuvor im Ortsrat schon mit seinen Anträgen zeigte, dass die CDU mitgestalten will und sich nicht auf die Rolle der Verhinderungspolitik einer Opposition im Rat zurückzieht. Mike Beermann, der sich selbst lieber als Sparkassenbetriebswirt denn als "Banker" bezeichnet, läuft sich schon seit Wochen warm für einen engagierten Bundestagswahlkampf. Er will möglichst viele Menschen aus seinem großen Wahlkreis kennen lernen und stellte sich vor als ein "Kümmerer", der das Ohr am Bürgersteig habe. Für den Landkreis Schaumburg sah er ein großes Entwicklungspotential: "Hier muss man sich allerdings auch um die Gefahr der Auspendler kümmern, die irgendwann an den Ort ihrer Arbeit umziehen!" Also müsse mehr Arbeit her und der ländliche Raum müsse vor Überalterung geschützt werden. Dennoch hielt er eine zurückhaltende Politik bei der Ausweisung von Baugebieten für richtig: "Man muss sich erst einmal um vorhandene Immobilien kümmern!" Er bezog Stellung zu Mindeslohn, Frauenquote und anderen bundespolitischen Themen. CDU-Stadtverbandsvorsitzender Veit Rauch bescheinigte ihm: "Wir sind froh, einen mit 31 Jahren sehr jungen Politiker ins Rennen zu schicken!" Dann habe man nämlich auch noch Luft nach vorne, wenn es im ersten Anlauf nicht klappt. Rauch selbst stellte klar, dass die veränderten Mehrheitsverhältnisse im Landtag auch Auswirkungen auf Rinteln haben werden. Besonders bei der Schulpolitik werde man jetzt wohl eine IGS bekommen: "Die ist mit uns allerdings nur ohne die Einführung einer gymnasialen Oberstufe zu machen", so Rauch. Sonst, mutmaßte er, werde das gut funktionierende Gymnasium langsam aber sicher "kanibalisiert".

    Eine Absage erteilte Rauch auch den Überlegungen, die Prince-Ruppert-School als künftigen Schulstandort Rintelns zu planen: "Wir wollen die Schulen nicht aus der Innenstadt herausholen!" In Sachen Windenergie plädierte er für die Teillöschung des Landschaftsschutzgebietes "Lipper Bergland": "In wenigen Kilometer Entfernung zu möglichen Standorten stehen auf NRW-Gebiet ohnehin schon Anlagen!" Windräder im Wesertal, so Rauch, seien dagegen nicht stimmig.

    Bei der anschließenden Wahl wurde Rauch als Stadtverbandsvorsitzender im Amt bestätigt, erster Stellvertreter wurde Sebastian Westphal. Zweite Stellvertreterin wurde Barbara Leibelt-Menzel, dritter Stellvertreter Olaf Dube, der vorher als Pressewart tätig war. Das macht künftig in Personalunion mit dem Schriftwart Matthias Wehrung (zuvor Daniel Jäger).Foto: ste

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