RINTELN (ste). Es war eine besondere Aktion, zu der Büchereileiterin Andrea Tuschke, die Rintelner Gleichstellungsbeauftragte Mareen Fennert und Uta Fahrenkamp von "Buch & Wein" jetzt in die Stadtbücherei einluden. "Schon gelesen" fragten sie im Vorfeld und forderten die Besucher dazu auf, ihre Lieblingsbücher mit in die Bücherei zu bringen. Wie unterschiedlich da die Auffassungen zu diesen "Lieblingsbüchern" waren, das zeigte sich schon bei den drei Organisatorinnen. Andrea Tuschke, die sich selbst eigentlich als "Krimi- und Trällatante" bezeichnet, brachte gleich drei Bücher ins Rennen. "Der Schatz des Windes" von Carlos Ruiz Zafon stieß bei Uta Fahrenkamp auf wenig Gegenliebe: "Angefangen, aber nicht zu Ende gelesen!" "Blutadler" von Craig Russel passte wieder ins Krimi-Genre von Andrea Tuschke und das Buch "Tschick" von Wolfgang Herrndorf ist anerkannt ein Bestseller. Ach ja: "Am liebsten hätte ich auch noch "Tender Bar" von J.R. Moehringer mit in der Auswahl", gestand Andrea Tuschke. Mareen Fennert legte sich da genauer fest. Mit "Sorry" von Zoran Drvenkar, dem Gewinner des Friedrich-Glauser-Preises 2010, suchte sie ein Buch aus, das in sehr verstörender Weise von einer Welt erzählt, in der man der Gewalt nicht mehr ausweichen kann.
So ganz klassisch ließ es Uta Fahrenkamp angehen. Mit dem "Sündenbock" von Daphne du Maurier brachte sie ein Buch ins Rennen, das andere wieder völlig ablehnten: "Oh nein, darüber musste ich einen Aufsatz in der Schule schreiben; schrecklich!" Uta Fahrenkamp fasste die unterschiedlichen Meinungen in kurzen Worten zusammen: "Ein gutes Buch erkennt man daran, dass es einem selbst beim Lesen Spaß macht!" Es muss also nicht immer die große Weltlitertur sein, auch ein Tommy Jaud mit "Hummeldumm" kann einen so richtig fesseln. Uta Fahrenkamp stellt bei der Auswahl der Bücher für ihr Geschäft fest, dass es "...viel Spreu und wenig Weizen" gibt. Verlage springen auf Lesetrends wie beispielsweise Vampirgeschichten auf und achten dabei oft wenig auf Qualität. Die Aktion in der Stadtbücherei war jedenfalls ein Erfolg auf ganzer Linie.Foto: ste
