1. Rintelns schiefer Turm als Attraktion nicht schief genug

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    RINTELN (km). Dass der Turm der Nikolai-Kirche nicht ganz kerzengerade steht, ist schon lange bekannt. Mit dem schiefen Turm von Pisa knn er aber noch lange nicht konkurrieren. Da müsse man wohl noch ein paar hundert Jahre warten, so die Einschätzung von Experten. Wäre der Turm heute schon für seine "hochprozentige" Neigung berühmt, dann würde sich der Strom von Touristen sicherlich sehr positiv auf die gebeutelte Kirchenkasse auswirken. -

    Wenn‘s übrigens im Mittelelter mal pekuniär etwas haperte, dann reagierten die Kirchen-Oberen rigoros - und baten kurzerhand die Gläubigen zur Kasse. Das geschah oftmals durch die so genannte Ablass-Gewährung. Luther kritisierte bekanntlich heftig, dass weltliche Sünder der Geistlichkeit zur teilweisen Wiedergutmachung Spenden gäben und so einen Teil ihrer "Schuld" abtrügen. Etliche Urkunden bezeugen derartige Ablass-Gewährungen, die der zuständige Bischof von Minden der Rintelner Kirche gestattete. Mit den Erträgen konnten diverse Um- und Erweiterungsbauten an Sankt Nikolai finanziert werden.

    Im nächsten Jahr wird die Nikolai-Kirche 777 Jahre alt. Zumindest aller Wahrscheinlichkeit nach: Bereits 1238 wurde eine "Kirche in der Stadt Rinteln" erwähnt,. Auch der untere Teil des quadratischen Westturms gehört in jene Epoche abendländischer Kunst der Zeit zwischen 950 bis etwa 1250. Die oberen Geschosse - insgesamt vier mit einzeln nach oben zunehmender Höhe - wurden wahrscheinlich zu Beginn des 16. Jahrhunderts aufgesetzt. Der Aufbau mit seinen rundbogigen Fenstern besteht aus mit Blech verkleidetem Holz. Das schiefergedeckte Kuppeldach mit den vier Uhr-Erkern krönt eine "Laterne". Insgesamt ist der Turm fast 50 Meter hoch. Foto: km

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