1. "Mädelsache" ist ein Thema für alle Geschlechter

    Diplom-Politologin und Journalistin Andrea Röpke informiert über Frauen in der Neonazi-Szene

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    BAD NENNDORF (Ka). In dem Buch "Mädelsache" beschreibt die Journalistin und Autorin Andrea Röpke Frauen in der Neonazi-Szene und lud im Zeichen "Bad Nenndorf ist bunt" zu einem Vortrag ins Parkhotel Hannover ein. Röpke ist Diplom-Politologin und arbeitet als freie Journalistin mit dem Themenschwerpunkt "Rechtsextremismus".

    Sie darf als Kenner der Szene bezeichnet werden, nicht zuletzt, weil sie mit Insider-Reportagen aufweist und sich in die rechte Szene einschleuste. Der anberaumte Prozessbeginn gegen die mutmaßliche rechtsradikale Terroristin Beate Zschäpe war Aufhänger zur Info-Veranstaltung. Der Prozessbeginn wurde zwar vertagt, nicht aber das Wissen der Expertin. Vor einem vornehmlich weiblichen Publikum ging sie auf die rechtsradikale Politik unter einem sozialen Deckmantel ein.

    Seit einigen Jahren treten Frauen in der von Männern dominierten neonazistischen Bewegung zunehmen selbstbewusster auf, so Röpke. Sie kandidieren für die NPD, organisieren Demonstrationen, führen Kassenbücher und kümmern sich um die Erziehung des rechten Nachwuchses. Völkische Sippen haben bereits Vereine, Elternräte oder Nachbarschaften eingenommen und prägen das öffentliche Bild.

    Diesem gefährlichen Treiben darf nicht tatenlos zugeschaut werden, so die Referentin und lobte die Aktivitäten des hiesigen Bündnisses mit der bunten Gegendemonstration. Dennoch sind Politik und Verfassungsschutz gefordert, sie müssen tätig werden, damit die NPD keine Akzeptanz erfährt. Wer Neonazis optisch mit Bomberjacken und Springerstiefeln in Verbindung bringt, der liegt falsch. Immer mehr Neonazis lassen den alten Skinheadlook beiseite und hüllen sich in neue diskretere und unauffällige Kleidung. Was motiviert Frauen dem rechten Milieu beizutreten. In einem Video bezeichnete eine Aussteigerin ihre Motivation mit Abenteuerlust und rebellischem Auftreten. Erschreckend wirkten auch die Kommentare von Alt-Nazistinnen, die den Holocaust leugnen und ein bestimmtes "angepasstes, untergeordnetes und extremes" Frauenbild in den Köpfen tragen. Röpke informiert gemeinsam mit ihrem Kollegen Andreas Speit in dem Buch "Mädelsache" über die fanatischen Gesinnungstäterinnen und zeigt die Strategien gegen die rechtsradikale Unterwanderung der Gesellschaft auf. Foto: ka

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