1. Der "Eisenhammer" holte vor langer Zeit marodierende Jugendliche an die Arbeit

    Denkmalplakette für sanierten "Oberen Eisenhammer" / Wasserrad als nächstes auf der Agenda

    Dieser Eintrag wird bereitgestellt durch Schaumburger Wochenblatt | Impressum

    EXTEN (ste). Der "Obere Eisenhammer" des Heimatverein Exten erhielt jetzt die Denkmalplakette des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege. Eine Auszeichnung, so Dr. phil. Stefan Winghart, die in ihrer Bedeutung in die Tiefe geht: "Damit wird nicht nur das Denkmal und seine gelebte Geschichte ausgezeichnet, sondern auch das tief gehende bürgerliche Engagement zum Erhalt dieses Denkmals!" Scharf kritisierte Dr. Winghart das Land Nordrhein-Westfalen, das, anders als Niedersachsen, ab 2015 gar kein Geld mehr für den Denkmalschutz zur Verfügung stellen will: "Dadurch geht nicht nur wertvolles Kulturgut verloren, sondern auch ehrenamtliches Engagement der Menschen!"

    Der "Obere Eisenhammer" in Exten, einst Konkurrzenzunternehmen zum "Unteren Eisenhammer" der Familie Kretzer, wurde von Karl und Horst Wille dem Heimatverein zur Verfügung gestellt. Bereits von mehr als 30 Jahren hatte sich in einem ersten Antrag Frieder Korff aus dem Rintelner Rat für den Erhalt und die Sanierung des Baudenkmals eingesetzt: "Wer heute denkt, dass die Eisenhämmer nur wegen der hier vorhandenen Wasserenergie angesiedelt wurden, der irrt", so Korff. Er hatte in Geschichtsbüchern ermittelt, dass man die Arbeit in den Hämmern vor allem für die ansonsten "marodierend" durch die Gegen ziehenden Jugendlichen benötigte. Das Erbfolgegesetz sicherte nämlich nur den Erstgeborenen Arbeit auf den elterlichen Höfen. Heute, so Horst Vöge vom Heimatverein Exten, stehe der "Obere Eisenhammer" besser da als je zuvor.

    Mit rund 126.000 Euro haben sich der Landkreis Schaumburg (24.000), die Stadt Rinteln (24.000), Leader+ (36.000), die Bingo-Umweltstiftung (20.000), der Heimatverein Exten (6.500) und private Spender an der Sanierung des Baudenkmals beteiligt. Geld, das vor allem in heimische Firmen wie dem Maurerbetrieb "Bauservice", Zimmerei "Zimmermann", Wolter-Fenster, Künne-Malerbetrieb und "Rehmert" als Klempnerei zurückfloss.

    Zwei bis drei Mal pro Jahr sollen jetzt Veranstaltungen im "Oberen Eisenhammer" stattfinden, das Hauptaugenmerk des Heimatvereins liegt jedoch weiterhin im "Unteren Eisenhammer". Am Pfingstmontag, 20. Mai, wird von 10.30 bis 17.30 Uhr der "Obere Eisenhammer" anlässlich des Deutschen Mühlentages für Besucher geöffnet sein. Ein Wasserrad wird sich allerdings bis dahin noch nicht am Eisenhammer drehen und den "Schwanzhammer" und die Maschinen in Gang setzen. Das ist das nächste Projekt, das sich der Heimatverein Exten vorgenommen hat. Allerdings müssen dafür erst einmal rund 55.000 Euro an Mitteln zusammenkommen. Erste Kontakte hat Horst Vöge dazu bereits mit dem Niedersächsischen Amt für Denkmalpflege aufgenommen.

    Foto: ste

  2. Kommentare

    Bitte melden Sie sich an