1. Keine Seite ohne Manni

    Wochenblatt Urgestein Manfred Schlick schlägt neues Kapitel in seinem Leben auf

    Dieser Eintrag wird bereitgestellt durch Schaumburger Wochenblatt | Impressum

    Nun, 50 Jahre später, ist das Nenndorfer Urgestein in Ruhestand getreten. Während heute Software und Computermaus die Arbeit bestimmen, lernte Manfred Schlick bei Oppermann noch Bleisatz und "Bleimäuse" kennen. "Mit einzelnen Buchstaben haben wir die Seiten noch per Handsatz zusammengesetzt", erinnert er sich. Nach dem Abdruck wurden die Druckformen dann wieder in ihre Einzelteile zerlegt und die einzelnen "Letter" konnten neu verwendet werden. In seinen 50 Jahren bei Oppermann Druck und Verlag hat Manfred Schlick alle Stufen der technischen Entwicklungen miterlebt: Vom Maschinensatz bis zum Fotosatz, mit jeder Neuerung hielt er Schritt. Das gilt insbesondere auch für die Umstellung auf die EDV, die allerdings nicht ganz problemlos lief, wie sich der Ruheständler erinnert.

    "Dabei wäre ich bald abgedreht", blickt er augenzwinkernd zurück. Ein Jahr lang dauert die Umstellung und Anpassung an die Anforderungen beim Verlag. Immer wieder mit dabei, Manfred Schlick und seine Ideen für Verbesserungen und Anpassungen. "Wir hatten einen Kollegen extra aus Hamburg hier in Rodenberg vor Ort. Wir saßen fast ein Jahr lang nur vorm Bildschirm und haben gemeinsam an der Umsetzung gearbeitet", sagt Manfred Schlick, der damals mit 48 Jahren alles fast nochmal neu lernen musste. Trotz aller Neuerungen, das Nenndorfer Urgestein ist in allen Jahren eine der Konstanten im Verlag.

    Das hat sich auch in seinem Heimatort herumgesprochen. Schließlich kennt ihn hier jeder – und viele wissen auch, wo sein Briefkasten steht. "Ankündigen, kleine Berichte, die Leute haben immer wieder was für das Wochenblatt in meinen Briefkasten geworfen", erzählt er. Nicht nur das, hin und wieder war er auch Kummerkasten und Ansprechpartner für die Leser, wenn mal was nicht rechtzeitig erschienen ist oder etwas schief gelaufen ist.

    Jetzt hat der Ruheständler erst mal richtig Zeit, um seinen Sport zu treiben, eine Partie Boule zu spielen oder im Stadion die "Roten" von Hannover 96 anzufeuern.

    Im Kreis von Kollegen und Geschäftsführung hat "Manni" vor Kurzem seinen Ausstand gegeben – und auch wenn nicht mehr viele Kollegen aus den Anfangstagen dabei waren, wussten doch alle, dass hier ein Urgestein seinen Abschied gibt, das mit seiner Arbeit und seiner offenen und ehrlichen Art große Spuren in Druckerei und Verlag hinterlässt.

    Foto: nb/ag

  2. Kommentare

    Bitte melden Sie sich an