SCHMARRIE (al). Drei Männer haben an einem frostkalten Vormittag eine Gefahrenstelle beseitigt. Das Brückengeländer am Lärchenbach bei Schmarrie kann nun wieder die ihm zugedachte Schutzfunktion erfüllen. Eigentlich hätte die Reparatur den kommunalen Haushalt mit 1400 Euro belastet. Doch dank des Trios hat die Aktion der hoch verschuldeten Gemeinde nun keinen Cent gekostet.
Ob nun durch ein Fahrzeug, durch das Beschneiden von Bäumen und Buschwerk am Bachlauf oder auch nur durch den Zahn der Zeit das Geländer in Mitleidenschaft gezogen worden war, ließ sich im Rat nicht mehr klären. Die Kommunalpolitiker schluckten nur angesichts des bereits eingeholten Reparaturangebots. Doch da entschied sich der SPD-Ratsherr und stellvertretende Bürgermeister Walter Krüger: "Das machen wir selbst." Ihm ging es dabei nicht allein um die Einsparung. Krüger verbindet ganz persönliche Erinnerungen mit der Rohrkonstruktion. In seiner Lehre, verriet er, habe er sie 1964 gemeinsam mit seinem aus Messenkamp stammenden Kollegen Rudolf Dehne geschweißt. Damals noch musste es in der Werkstatt der Genossenschaft in Rohrsen komplett montiert und am Verwendungsort einbetoniert werden. Rund 50 Jahre später war der Aufwand geringer. Krüger bat den Schmarrier Feuerwehrmann und Schweiß-Experten Ralf Gehrke zu Hilfe. Aus Hülsede lenkte Norbert Pfumfel das dort stationierte Einsatzfahrzeug, weil es mit einem Notstromaggregat ausgerüstet ist.
Binnen einer Stunde war die Arbeit erledigt: "Das hält jetzt wieder Jahrzehnte", war sich Krüger sicher.