1. Seinen "Alten" wieder einmal richtig in Form bringen

    Obst- und Gartenbauverein zeigt, wie man alte Bäume richtig schneidet / Was tun bei Pilz- und Schädlingsbefall?

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    RINTELN (ste). Der Winterobstbaumschnitt des Obst- und Gartenbauvereins Rinteln fand in diesem Jahr im Garten der Familie Christoph in Uchtdorf vor 22 interessierten Teilnehmern statt. Der Schnittkurs erfolgte an einem hochstämmigen Apfelbaum. Der jährliche Schnitt der Obstbäume bringt viele Vorteile, unter anderem den Aufbau einer Krone, die Belastungen durch große Ernten aushält. Darüber hinaus wird die Krone gut belichtet und erhält dadurch eine leistungsfähige Blattmasse. Sonnenlicht kommt an die Früchte, deren Geschmack und biologischen Wert dadurch verbessert wird. Durch einen fachgerechten Schnitt wird das Altern der Bäume verzögert und es gibt keinen frühzeitigen Leistungsabfall. Auch werden Schädlinge und Pilzbefall reduziert. Der Winterschnitt ist die übliche Schnittart. Durch den Schnitt ist man bestrebt, dass sich die Triebentwicklung und Fruchtknospenentwicklung etwa die Waage halten. Die Fruchtknospen bringen die Früchte für das kommende Jahr, während die Triebe erst in den darauffolgenden Jahren Fruchtknospen ansetzen. "Unserer Meinung nach ist der beste Zeitpunkt Anfang bis Mitte März für Apfel und Birne. Schneidet man zu früh und es kommt anschließend noch eine stärke Frostperiode, wie in diesem Jahr, so kann der Baum durch die offenen Schnittstellen beschädigt werden", so Manfred Langemeier vom Obst- und Gartenbauverein. Die Äste werden immer direkt am Stamm oder Ast geschnitten, es dürfen keine Stummel stehenbleiben. Die Schnittstellen sollen auch nicht mit Baumwachs abgedichtet werden. An diesen Stellen können die Schädlinge auch Pilzbefall einstellen, die den Baum in Mitleidenschaft zu können. Im Altersstadium hat ein Baum nur noch wenig Trieb. Dagegen hat er viel zu viel überaltertes Fruchtholz, das reduziert werden muss, wenn er nicht nur noch kleine schlecht ausgereifte Früchte bringen soll. Ein älterer Apfelbaum sollte alle drei bis fünf Jahre geschnitten werden. Reichlich Fragen gab es zu Rindenerkrankungen an Apfelbäumen. Dieser Pilzbefall ist ein Schwächeparasit, der an Hitze- oder Trockenstress vorgeschädigten Apfelbäumen auftritt. Ihn erkennt man an der bräunlichen Verfärbung der Rinde. Es sind überwiegend der Stamm und starke Äste betroffen. Bei starkem Befall kann der Obstbaum absterben. Bei befallenen Apfelbäumen können nur Maßnahmen empfohlen werden, die die Wiederstandkraft des Apfelbaums stärken, es gibt noch kein zugelassenes Pflanzenschutzmittel gegen diesen Pilz. Eine möglichst ausgeglichene Versorgung mit Wasser und Nährstoff ist wichtig. Bei lang anhaltender Trockenheit sollte gewässert werden und mit Nährstoffen nachgedüngt werden, möglichst nach einer vorgenommenen Bodenprobe. 100 Liter Wasser pro Baum sind ausreichend, um den Wurzelbereich zu befeuchten. Eine Baumscheibe sollte um jeden Baum frei von Vegetation gehalten werden, um eine möglichste Konkurrenz zum Wasser und Nährstoffe zu vermeiden.

    Bei der Planung einer Neupflanzung von Apfelbäumen kommt der Standortwahl einer großen Bedeutung zu. Trockene und grundwasserferne Lagen sind kritisch einzustufen. Ideal ist ein Boden mit einer guten Versorgung mit Wasser und Nährstoffen. Eine Bodenlockerung ist vor der Pflanzung erforderlich, damit eine flächige Ausweitung der Wurzeln ermöglicht wird. Außerdem sind die Wurzeln vor Wühlmäusen zu schützen. Der optimale Zeitraum ist zwischen November und März, in dieser Zeit ist der Boden meist feucht und muss nicht bewässert werden. Dort wo der Rindenbrand auftritt, muss das Schnitt- und Altholz unbedingt entfernt und vernichtet werden, da der Pilz sich auf Totholz vermehrt.

    Foto: privat

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