1. Ein gutes Ende für Problemhund "Spike"

    Vermeintlicher Problemhund erzielt beste Wertung bei Verhaltensprüfung / Liebenswerter Vierbeiner

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    Sie erinnern sich an die Anfänge mit "Spike", der 2011 in der Auffangstation auf ein neues Zuhause wartete. Sein Handicap: aufgrund seines aggressiven Verhaltens anderen Artgenossen gegenüber durfte der Mischling nur mit Maulkorb, doppelter Leine und Geschirr zum Gassi gehen geführt werden.

    Die damaligen Besitzer von "Spike" hielten sich nicht an diese Auflagen und so landete der Hund in der Station. In der Rückschau war das sein Glück. Denn hier lernten Sabine Leunig und Gerald Alt, die ehrenamtlich Hunde der Auffangstation ausführten, das Tier kennen. Das Paar schaffte etwas, was vorher wohl niemand für möglich gehalten hatte: Sie konnten "Spike" zusammen mit einem anderen Hund ausführen. Natürlich war "Spike" dabei nach wie vor an der Leine.

    Im nächsten Schritt nahmen sie "Spike" für einige Stunden zu sich nach Hause. Keine Frage, die drei hatten sich "gesucht und gefunden". Alles unter der Beobachtung von Jutta Schneider, die sich über das langsame Annähern und die positiven Veränderungen in "Spikes" Verhalten sehr freute. Im Juni 2012 folgte das erste gemeinsame Wochenende. "Ab da holten wir "Spike" so oft es ging zu uns nach Hause", erinnert sich Sabine Leunig. Und sie und ihr Partner wollten mehr.

    Im August fand ein erstes Treffen mit dem Hundeerzieher und Verhaltensberater Götz Logemann statt. Er führt die Hundeschule Hannover Dog Coaching in Seelze/Lohnde. Ziel war es herauszufinden, ob es eine Möglichkeit gab, "Spike" von der Leinen- und Maulkorbpflicht zu befreien. Für den Experten stand schnell fest: "Spike" ist therapierbar. "Das trifft aber auf 98 Prozent aller Hunde zu, die in ihrer Prägephase falsch erzogen wurden", erklärt Logemann. In den nächsten Wochen waren Leunig und Alt gefragt. Zusammen mit "Spike" besuchten sie regelmäßig die Hundeschule. Zum Training gehörten unter anderem auch Fahrten mit der S-Bahn, Besuch des Bahnhofes und Begegnungen mit anderen Hunden.

    Im November erwarb "Spike" den so genannten Sachkundenachweis mit höchst möglicher Punktzahl. Für die Samtgemeinde Nenndorf gab es nun keinen Grund mehr, die Maulkorb- und Leinenpflicht aufrecht zu erhalten. "Für den Hund begann damit eine neue Lebensqualität", ist sich Sabine Leunig sicher. "Spike" sei heute ein souveräner Hund.

    Logemann unterstreicht, dass vor allem die Konsequenz der neuen Halter und die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Hundetrainer ausschlaggebend für den Erfolg gewesen seien. Auf ein Honorar hat der Hundeexperte im Fall "Spike" bewusst verzichtet. "Das verstehe ich unter echter Tierschutzarbeit", so der Kommentar von Logemann dazu. Foto:pd

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