BAD NENNDORF/RIEPEN (pd). Das war sicherlich nicht das, was die zahlreichen Zuhörer im Haus Kassel hören wollten: Beim Thema "Dorferneuerung Riepen" musste die Verwaltung in der Bürgerversammlung einräumen, dass das Projekt zumindest bis 2014 in der Warteschleife liegt. Der Grund dafür liegt in neuen Maßgaben von der Förderstelle in Hannover. Und wohl auch darin, dass die Verwaltung bei einer Antragsstellung kurz bemessene Fristen nicht einhalten konnte.
Das Förderprogramm mit dem Arbeitstitel "Profil" sei ausgelaufen, Fördermittel stünden für 2013 nicht mehr zur Verfügung und vor 2014 gebe es keine neuen Förderrichtlinien.
Diese negativen Nachrichten von Verwaltungsmitarbeiter Jürgen Bock hatten die Zuhörer zu schlucken. Für die Riepener bedeutet dies im Klartext: Die geplanten Umbauarbeiten an den Ortsausgängen Ost und West und die bereits erfolgten Arbeiten an der Turnhalle in Riepen werden noch gefördert. Ein zentraler Punkt der Dorferneuerung in Riepen, die Schaffung eines Buswendeplatzes, kann zumindest in absehbarer Zukunft nicht realisiert werden. "Das ist nicht mehr ins Programm hineingekommen", so Jürgen Bock, der zusammen mit Stadtdirektor Bernd Reese die Verwaltung vertrat.
Es lohne sich nicht, für 2013 überhaupt noch Anträge auf Fördermittel zu stellen. Das "alte" Förderprogramm sollte im Dezember 2015 auslaufen.
Durch den Wechsel in ein neues Programm werde sich dieses Zeitlimit auf jeden Fall nach hinten verlängern, so die gute Nachricht aus dem Rathaus. "Wir haben da also gar keinen Druck", beruhigte Bock die Zuhörer und ergänzte "Wenn wir wissen, wie das neue Programm aussieht und entsprechende Bewilligungsbescheide vorliegen, könne wir weitermachen". Das alles könne sich aber bis zum Frühjahr 2014 hinziehen.
Ob denn bis dahin überhaupt nichts in Bezug auf "Dorferneuerung" passieren würde, wollte ein Zuhörer wissen.
In Bezug auf Pläne könne man tätig werden, antwortete der Sachbearbeiter. Von den rund 1,025 Millionen Euro an Fördergeldern für die Dorferneuerung sind bislang nur 34 000 Euro für die Ortsausgänge und 24 000 Euro für die Turnhalle in öffentliche Projekte geflossen. Private Maßnahmen sind mit 36 000 Euro bezuschusst worden. "Da fehlen ja noch mehr als 900 000 Euro", rechnete Ratsmitglied Ralph Tegtmeier mit. Er sprach sich dafür aus, die Kosten für die Planungsentwürfe in den Nachtragshaushalt einzustellen.
Nur so könne weitere Verzögerung verhindert werden. Dem konnten Reese und Bock nur zustimmen. Die Zeit sei "aus unterschiedlichen Gründen nicht optimal genutzt worden", räumte der Stadtdirektor ein.
Die Arbeiten an den beiden Ortsausgängen sollen nach dem Willen der Verwaltung Mitte des Jahres abgeschlossen sein. Die Ausschreibungen dafür sollen zeitnah erfolgen.