LAUENAU (al). Die Lauenauer Jugendfeuerwehr hat Verstärkung bekommen. Fünf Mädchen und Jungen wechselten von der Kindergruppe "Feuerteufelchen" in die nächsthöhere Altersstufe. Doch etwas ist diesmal anders als sonst: Eine der jungen Aktiven in der blauen Kombi sitzt im Rollstuhl.
Luise Krause hat eine seltene Krankheit, die sie stark in ihrer Bewegungsfähigkeit einschränkt. Doch das stört sie nicht. Mit Gleichaltrigen nahm sie kürzlich an einem vorweihnachtlichen Singspiel in der Kirche teil. Und die Mitgliedschaft bei den "Feuerteufelchen" ist ihr schon seit zwei Jahren eine absolute Selbstverständlichkeit.
"So leben wir bereits Inklusion", kommentiert Kinderwartin Silke Weibels im Rückblick auf diese Zeit. Während besonders in Schaumburgs Schulen zu diesem Begriff derzeit heftig diskutiert wird, weil für ein gesetzlich verlangtes Nebeneinander von behinderten und nicht behinderten Kindern räumliche Voraussetzungen geschaffen werden müsse, machen die Verantwortlichen in der Lauenauer Wehr nicht viel Aufhebens. Selbstverständlich sei sie auch bei Ausflügen und Zeltlagern dabei gewesen; allerdings leisteten die Eltern flankierende Hilfe.
Nun aber gehört die Zehnjährige gemeinsam mit Lena Kubitza, Sören Brunsfeld, Leon Dölz und Etienne Stummeyer der Jugendgruppe an und wird sich bald noch mehr mit Theorie und Praxis im Feuerschutz beschäftigen. Für Leiterin Anja Falius ist klar: "Luise macht auch bei Wettbewerben mit." Zwar könne sie im sportlichen Teil oder bei bestimmten feuerwehrtechnischen Übungen nicht eingesetzt werden; eine Funktion wird sie bestimmt erhalten, hat Falius schon entschieden: Luise gibt als Gruppenführerin die Kommandos – eben vom "Rolli" aus.
Bei allen anderen Gemeinschaftsaktivitäten ist sie sich sicher, dass die Kameradschaft unter den Jugendlichen etwaige Hindernisse glatt beseitigt. Das hatte schon vor Jahren bestens funktioniert, als einem taubstummen Mädchen der Wunsch erfüllt werden konnte, ebenfalls bei der Gruppe dabei zu sein.
Allerdings war für dieses ein Schlusspunkt erreicht, den eines Tages auch Luise erfahren wird: Die Übernahme in den Kreis der erwachsenen Aktiven ist bei solchen schwerwiegenden körperlichen Behinderungen eben doch nicht möglich. Doch bis dahin hat das Mädchen noch mindestens acht Jahre Zeit, im Kreis von Gleichaltrigen und Gleichgesinnten Freizeitstunden zu genießen und eine ganze Menge im Feuerschutz zu lernen.
