1. Bunte und radikale Aktionen entlang der Bundesstraße 65

    Initiativen und Organisationen rufen zu Protestaktionen auf / Höhepunkte in Bückeburg und Stadthagen

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    LANDKREIS (wa). Heute herrscht Ausnahmezustand an der Bundesstraße 65: Zum zweiten Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Fukushima rufen Bürgerinitiativen und mehrere bundesweite Organisationen und Verbände zu großen Demonstrationen an Atomstandorten auf.

    Die größte Aktion ist eine 350 Kilometer lange Aktions- und Menschenkette rund um das AKW Grohnde. Um ein angenommenes Evakuierungsgebiet, rund 40 bis 60 Kilometer um den Reaktor, entsteht eine Aktions- und Menschenkette mit rund 200 Streckenpunkten, die deutlich machen soll, welches Ausmaß eine solche Katastrophe auch in Deutschland haben könnte. Getragen und organisiert werden diese Proteste von breiten, regionalen Bündnissen. Hier in Schaumburg können sich Interessierte an folgenden Aktionen beteiligen: Das Anti-Atom-Bündnis Bückeburg hat folgende Streckenpunkte geplant: Patenschaften für zwei Atommüllfässer (Mindener Straße/ Friedrich Bach Straße und Scheier Straße/Hannoversche Straße). Notversorgungspunkt im unteren Teil der Fußgängerzone/Innenstadt Bückeburg. Luftballonaktion "Wohin der Wind weht" im oberen Teil der Fußgängerzone und Verteilung von Jodtabletten "Grohnde akut" sowie die symbolische Abschaltung von Keks-AKWs. Verbunden sind die Streckenpunkte durch das Absperrband "Sperrgebiet Super-GAU". Die Aktionskette beginnt um 12 Uhr mit Glockengeläut, um 12.30 Uhr findet die Luftballonaktion statt. Nach Ende der Aktions- und Menschkette um 12.50 Uhr besteht die Möglichkeit, um 14 Uhr (bis etwa 15 Uhr) an der Abschlusskundgebung in Stadthagen am Schloss (vor dem Finanzamt) teilzunehmen. Hier gibt es Wortbeiträge und Musik.

    Weitere Veranstaltungshöhepunkte sind: In Minden, Kaiserstraße (Weserbrücke) stehen Menschen ab 11 Uhr mit Fahrrädern und Handwagen, notdürftig bepackt mit geretteten Dingen auf der Suche nach einer neuen Heimat. Minden, Weser Abschnitt Fußgängerbrücke-Weserbrücke fahren Menschen mit einem Boot, das Atommüll geladen hat. In Bückeburg, Am Weinberg 10 sind Menschen mit Koffern auf der Flucht. Weiter wird im Landkreis Schaumburg auf der B65 eine Dekontaminationsstelle für Fahrzeuge aufgebaut: Nienstädt/Sülbeck, ca. Mindener Straße / Kreuzung Steinbreite. Auf den Bruchhof in Stadthagen sind alle Kinder eingeladen, Luftballons steigen zu lassen und eine große Malwand zu bemalen. Die Luftballons zeigen wie in Bückeburg, wohin der Wind weht. Stadthagen, Brücke Körsestraße Schaumburg "Trommeln für den Atomausstieg (auf Tonnen, Fässern, Eimern, Trommeln). Einfache Rhythmen - jeder kann mitmachen. Außerdem werden Mini Atomkraftwerke (aus Keksen) an Passanten/Autofahrer verschenkt nach dem Motto "Weg damit!" Stadthagen, Teichstr. 4 spendet Betty‘s Second Hand-Land unverstrahlte Kleidung für die Flüchtlinge aus der Sperrzone. Algesdorf, B65 / Ecke Hauptstraße Streckenpunkt "Völkerwanderung": Was nimmt ein Imker außer seiner Familie mit, wenn er das Katastrophengebiet verlassen muss? Seine Bienenvölker! Es wird sich mit einem Imkerfahrzeug und einem Anhänger, beladen mit 32 Bienenvölkern, positioniert. Informationsstände gibt es zudem auch in Bad Nenndorf, Obernkirchen/Vehlen/Gelldorf, Vornhagen und Beckedorf.

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