RINTELN (ste). "Lasst es euch schmecken, edle Leute; gezahlt wird in Taler!" Ungewohnte Worte, die am Wochenende beim Einkauf an den Ständen in Rintelns Innenstadt zu hören waren. Und doch gewöhnliche Sprache im Mittelalter, denn dorthin ging die Zeitreise beim Markt "Mystica", der tausende von Menschen nach Rinteln lockte. Eigentlich war das Mittelalter gar keine friedvolle, liebenswerte Zeit, denn Krankheiten, Freibeuterei und Unsicherheit auf den Straßen durch raufende und mordende Horden waren an der Tagesordnung. Doch das Mittelalter hat trotz alledem einen Reiz, der im Detail auch bei der "Mystica" erkennbar war. Überall in der Fußgängerzone waren Männer und Frauen mit langen Gewändern, Panzerung an Brust und Armen, Pfeil und Bogen um die Schulter gehängt oder sogar elbenartig geschminkt zu sehen. Viele von ihnen stellten selbstgemachte oder zum Mittelalter passende Handwerksarbeiten aus, darunter Schmiedekunst, Holzarbeiten, selbstgebrannte Köstlichkeiten oder Stockbrot. Es duftete, räucherte, klapperte wie Fußfesseln, tönte nach Dudelsackmusik. Für Organisator Helmut Steinbock hat sich Rinteln als neue Marktstätte bewährt. Letztes Jahr war er mit seiner Truppe noch in Hameln, nun musste man sich eine neue Location suchen, da Hameln sich anderweitig für einen mittelalterlichen Markt umgeschaut hatte. Rinteln bot sich da also an und erfüllte die Hoffnungen der Aussteller. Die ließen den Met durch die Kehlen der Besucher fließen, verwöhnten sie mit Knoblauchbrot und Mutzbraten, hatten feine Fruchtweine im Gepäck und ließen es mit Zaubervorführungen, Feuerspuckern und Musikgruppen so richtig krachen. Höhepunkt waren Flugvorführungen von Greifvögeln und ein großer Umzug durch die Stadt. Im kommenden Jahr, so war zu hören, wird es wieder eine "Mystica" geben, dann vielleicht sogar mit verkaufsoffenem Sonntag. Foto: ste
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Magier, Feuerspucker und Dudelsäckler
Erste Rintelner "Mystica" erweckt anschaulich ein Wochenende lang das Mittelalter in der Stadt wieder zum Leben
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