1. Ein Szenario für den dramatischen Ernstfall

    Atomkraftgegner demonstrieren entlang der B65

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    RINTELN (km). Am kommenden Samstag, dem 9. März, wollen Atomkraft-Gegner in einem Radius von 40 Kilometern rund um das Kernkraftwerk in Grohnde eine Menschenkette bilden. In Schaumburg sind Aktionen entlang der B65 geplant - von 12.05 bis 12.50 Uhr.

    Im Vorfeld haben die Initiatoren ein dramatisches Szenario entwickelt, was im Ernstfall passieren könnte, welche Folgen damit verbunden wären - und wie es in der Zeitung möglicherweise nachzulesen wäre:

    "Zwei Jahre ist es nun her, dass sich die Havarie des Atommeilers im niedersächsischen Grohnde zutrug. Noch immer leben die Menschen in Notunterkünften, beengten Wohncontainern am Rande der Sperrzone. Das auf den Feldern stehende Getreide wurde unter großen Sicherheitsvorkehrungen abgeerntet - es ist Sondermüll. Keiner weiß wohin mit den verstrahlten Säcken - vielleicht nach Gorleben? Die Endlagerfrage hochradioaktiven Mülls ist noch immer nicht geklärt! Rinteln gleicht einer Geisterstadt - zumindest dürfen die Menschen stundenweise in weniger verstrahlte Randgebiete (Möllenbeck, Krankenhagen, Uchtdorf, Volksen, Wennenkamp, Hohenrode, Strücken und Volksen), um sich wichtige Unterlagen, alles wird streng polizeilich überwacht, aus ihren Häusern zu holen - was noch da ist, denn erste Plünderungen haben bereits stattgefunden. Auch Fehlbildungen bei Neugeborenen sind aufgetreten, ebenso steigt die Leukämierate rund um die Sperrzone stetig an.

    Landwirte berichten von Missgeburten ihrer Schweine und Rinder. Verzehrbar ist das Fleisch schon lange nicht mehr, alles muss aus entlegenen Gebieten für viel Geld importiert werden, was jedoch nicht bezahlbar ist, da viele Bürger Rintelns in der Sperrzone arbeiteten, dorthin nicht zurückkehren können und arbeitslos sind. Dem Landkreis gleitet die Lage zunehmend aus den Händen."

    Dass die Schreckens-Visionen durchaus nicht unrealistisch sind, belegen die Atomkraft-Gegner unter anderem mit statistischen Daten. So sei das AKW Grohnde Spitzenreiterist in Sachen Störfälle: 230 "meldepflichtige Ereignisse" habe es seit der Inbetriebnahme 1984 gegeben, mehr als in jedem anderen noch laufenden Atomkraftwerk in der Bundesrepublik.

    Mit den Aktionen am Samstag soll darauf hingewiesen werden, dass die Frage der Endlagerung von Atommüll nicht geklärt sei. Ein Endlager, das Sicherheit für mindestens eine Million Jahre aufzeige, werde es auch in Zukunft nicht geben.

    Weitere Infos zu den Streckenposten, bei denen jeder Interssierte ist, finden sich Internet unter der Adresse "www.grohnde-kampagne.de". Die Veranstalter weisen darauf hin, dass alle Aktionen genehmigt sind und es "keinen rechtswidrigen, unsicheren Raum" gibt.

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