1. Sophokles‘ Antigone muckt auf

    Theaterstück stellt die immer noch aktuelle Frage von Macht und Moral

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    RINTELN (ste). Am Montag, 4. März, ist das Theater für Niedersachen aus Hildesheim mit der Tragödie "Antigone" von Sophokles im Brückentorsaal ab 20 Uhr zu Gast. Inszeniert wird die Aufführung von Petra Wüllenweber. Die Tragödie von Sophokles ist über 2000 Jahre alt und dennoch hoch aktuell: "Antigone" stellt Fragen um Rebellion, Macht und Moral, die bis heute brisant sind: Der Krieg ist vorbei, überall vor der Stadt Theben liegen die Leichen der Kämpfer verstreut. Kreon, der neue König, hat streng verboten, die Überreste der Feinde zu beerdigen. Ohne Ausnahme. Antigone aber will ihrem Bruder Polyneikes die letzte Ehre erweisen, auch wenn der auf der Seite der Feinde gekämpft hatte.

    Würde es nicht die gerade erst wieder hergestellte Ordnung schwer beschädigen, wenn Kreon kaum im Amt, schon sein eigenes Gesetz bräche und Sonderregeln für seine eigene Familie gestattete?

    Welche Werte gelten für einen Machthaber? Sind Widerständler mutige Bürgerinnen und Bürger - oder sind sie Terroristen? Für Sophokles stand zweifelsfrei fest, dass es gute Gründe geben kann, sich gegen staatliches Gesetz zu richten. Doch er zeigt in seiner Tragödie aus dem Jahr 442 v. Chr. zugleich eindrucksvoll, wie unauflöslich der Widerspruch werden kann, wenn man zwischen beidem wählen muss.

    Foto: privat

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