RODENBERG (pd). Das Thema "Seniorentreff" stand im Verlauf der jüngsten Ratssitzung in Rodenberg nicht auf der Tagesordnung. Dennoch hat der derzeitige Stand der Beratungen Pastor Ralf Janßen zu deutlicher Kritik veranlasst. Bei der "Fragestunde für Einwohner" ergriff der Sprecher der Agenda "Soziales" das Wort, um sich über den nach seiner Auffassung allzu schleppenden Fortgang aller Gespräche und Entscheidungen zu beschweren. Sprecher von CDU und SPD hatten zuvor eigene Stellungsnahmen formuliert.
Erhard Steege, CDU-Fraktionssprecher, erklärte, man warte immer noch auf die Ergebnisse eines Gutachtens zur Rinne-Immobilie. Dieses Gebäude an der Langen Straße favorisiert die Gruppe CDU/WGR für die Einrichtung eines Seniorentreffpunktes. Sollte sich die Möglichkeit für den Kauf der Immobilie ergeben, solle kurzfristig eine Ratssitzung einberufen werden, um dafür einen Nachtrag im Haushalt zu beschließen, erklärte Steege.
Die SPD will einen "parteiübergreifenden Neuanfang" bei diesem Thema, bekräftige Uwe Märtens. Sollte das Rinne-Haus nicht in Frage kommen, solle gemeinsam nach einer anderen Lösung gesucht werden. Noch einmal brachte der Sprecher den SPD-Vorschlag ins Spiel, die Kleine Turnhalle für den Treffpunkt zu nutzen. In Richtung CDU machte Märtens den Vorschlag, in Zukunft gemeinsam an einer Lösung zu arbeiten. Gut sei auch eine Liste mit Vor- und Nachteilen verschiedener Standorte zu erstellen.
Pastor Ralf Janßen konterte mit dem Zitat "Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube". Ein so wichtiges Thema sei in den Ausschüssen "zerfleischt, verschleppt und zerstückelt worden". Schlimm seien auch populistische Äußerungen in der Öffentlichkeit. "Das wird der Sache nicht gerecht", fuhr Janßen fort.
Eine eigene Befragung habe nach seinen Ausführungen ergeben, dass die Bürger eine zentrumsnahe Begegnungsstätte wollten. Den starren Begriff "Seniorentreff" habe er längst aus seinem Vokabular gestrichen. Idealerweise sollte dieser Ort dreimal die Woche geöffnet haben und Möglichkeit zum Spielen und Klönen bieten. Die Begegnung mit jungen Menschen sei von den Befragten ausdrücklich gewünscht worden. "Und so etwas muss auch nicht 30 000 Euro kosten", zeigte sich der Pastor überzeugt.
In Punkto Ausgaben hatte er noch einen Seitenhieb parat. In anderen Fällen sei man ja auch nicht zimperlich, Geld auszugeben.
Die Krippe im Neubaugebiet "Leimkaute" sei flugs beschlossen worden ohne zu fragen, was denn im Gegenzug mit dem Kindergarten an der Grover Straße passiere. Er sei sicher, dass eine Begegnungsstätte im Innenstadtbereich auch gut angenommen werde. "Das funktioniert, das garantiere ich ihnen", bekräftigte der Pastor. Foto:pd
