LANDKREIS (ag). "Ihr seid die Letzten eurer Art", mit diesen Worten entließ Kai Alack von der Schornsteinfegerinnung Hannover die beiden Bezirksschornsteinfeger Herbert Duckstein und Johannes Malsch in den Ruhestand. Die Nachfolge treten Björn Rinne und Matthias Fresa als bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger für die nächsten sieben Jahre an. Mit den Neuregelungen in der Branche wurde das Monopol eines Schornsteinfegers auf ein ganzes Gebiet zu Beginn des Jahres aufgehoben.
Im Berufsfeld des Schornsteinfegers hat sich in den letzten Jahren viel verändert. Die aktuelle Neuregelung der Branche, werden Herbert Duckstein und Johannes Malsch nur noch passiv, vom wohlverdienten Ruhestand aus, verfolgen. Seit 1955 hat ein Duckstein den Bezirk Rinteln, Hessisch Oldendorf, Hameln und Aerzen bedient. Seinem Vater folgte Herbert Duckstein als Bezirksschornsteinfeger vor gut 33 Jahren. Insgesamt weist er 50 Jahre Erfahrung in dem Beruf auf. Auch Malsch bringt es auf 45 Jahre Erfahrung in dem Raum rund um Bückeburg. Die nachfolgenden Bezirkschornsteinfeger bittet er darum, die Kollegialität in der Branche zu erhalten und vor allem den Leitspruch "Einer für alle, alle für einen", weiter zu beherzigen.
Aus etwa einem Dutzend Bewerbern hat der Landkreis die Nachfolger ausgewählt. "Jetzt sind mal junge Leute dran", sagte Duckstein, der seinen Bezirk in die Hände von Björn Rinne übergab. Dem Nachfolger überreichte er zudem sogleich sein erstes Kehrbuch von 1980, "zur Einsicht, nicht zum Nachrechnen", scherzte Duckstein.
Die bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger erhalten zukünftig einen befristeten Vertrag über sieben Jahre. In der Konkurrenz zu anderen Schornsteinfegern können sie sich daraufhin erneut bewerben. "Wir sind früher noch im Schornstein hochgeklettert", berichtete Duckstein von der Zeit seiner Lehre, als noch das Kehren im Vordergrund stand. Im Laufe der Jahre hat sich viel getan. Heute gehört das Messen und Prüfen und der Umgang mit den Gerätschaften zum Handwerk des Schornsteinfegers. Auch die Überprüfung von Dunstabzugshauben hat es zu Lehrzeiten der Ruheständler noch nicht gegeben. Trotz einem Hauch von Wehmut sind sich beide aber einig, dass es bei den aktuellen Veränderungen ein guter Zeitpunkt für den Ruhestand ist. Ursula Müller-Krahtz überbrachte eine Urkunde und den Dank und die Anerkennung des Landkreises für die Erfüllung öffentlicher Tätigkeiten.
Auch im Kehrbezirk Stadthagen gibt es eine Personalveränderung. Frank Wessel wechselt seinen Kehrbezirk, um zukünftig näher an seinem Wohnort in der Region Hannover zu arbeiten. Seit 2008 war er Bezirksschornsteinfeger. Die Nachfolge tritt Christian Drape an.Foto: ag
