RODENBERG (pd). "Der Saal ist zu klein!" - diese Randbemerkung schien beim Neujahrsempfang der Stadt Rodenberg im "Ratskeller" durchaus ihre Berechtigung zu haben. Denn wer nicht pünktlich um 11 Uhr da sein konnte hatte schon Probleme, noch einen freien Platz zu finden. Kein Probleme hatte Bürgermeister Ralf Sassmann, mit seiner Rede die Gäste bei guter Laune zu halten. Seine Rede war kurzweilig und amüsierte mit kleinen Spitzen. Eine große Ehre wurde dem ausgeschiedenen Komiteeältesten Rolf Tegtmeier zuteil: Ihm wurde der Ehrenteller der Stadt verliehen.
"Gewagt und gewonnen" habe die Stadt mit der Entscheidung, in der "Leimkaute" ein neues Baugebiet in Angriff zu nehmen, stellte der Bürgermeister fest. Nur durch Ansiedlung junger Familien könne man dem demografischen Wandel entgegentreten. In Anspielung auf die großen Grabungstätigkeiten der Landesarchäologen im Bereich des geplanten Regenrückhaltebeckens an der Deisterstraße zeigte sich Sassmann darüber enttäuscht, dass dort "kein schwarzer Mann im Zylinder aus längst vergangenen Schützenfest-Zeiten gefunden werden konnte".
Froh sei die Stadt, dass über verschiedene Fördermittel nun die weitere Sanierung der Windmühle angegangen werden könne. "Eine große Chance für Rodenberg", kommentierte der Stadtobere. Die neue Kreissporthalle an der Suntalstraße sichere den Schulstandort über das Jahr 2013 hinaus. Der anstehende Anbau, den "Aldi" im Stadtzentrum plane, sei die einzige Möglichkeit, die Discounter im Ortskern zu halten. Er erinnerte an die Bürgerversammlung zum Thema "Innenstadt", die am Mittwoch, 16. Januar, um 19 Uhr im "Ratskeller" stattfindet. Nicht ohne sich über den neuen Kreisel am nördlichen Ortseingang auszulassen, von vielen schon "Eisel" oder "Dali Oval" genannt, endete der Bürgermeister seine Auslassungen.
Der Samtgemeindebürgermeister klärte die Zuhörer darüber auf, dass die Kommune in diesem Jahr rund zehn Millionen Euro für Investitionen in die Hand nehmen werde. "Die Samtgemeinde ist ein starker Wirtschaftsraum", erklärte Uwe Heilmann. Das Edeka-Zentrallager soll 2014 fertig gestellt sein und positive Impulse in einem Umkreis von rund 40 Kilometer bringen.
Heilmann kritisierte, dass einige Entscheidungsträger nach seinem Eindruck wieder "Kirchturmdenken" an den Tag legen würden. Nur gemeinschaftlich könne man den Anforderungen der Zukunft die Stirn bieten, mahnte der Rathauschef.
Die Offerte von Wesertal, Kommunen mögen sich bei ihnen mit Anteilen einkaufen, sieht er kritisch. Das wäre so, als würde sich die Samtgemeinden an die Börse gehen. "Wir werden das Thema sehr intensiv hinterfragen", so Heilmann. Ein Schwerpunkt in der Zukunft müsse sein, auch in Rodenberg geeigneten Wohnraum fürs selbstbestimmte Leben im Alter zu schaffen. "Lassen Sie uns bemühen dafür zu sorgen, dass Rodenberg auch in Zukunft lebenswert bleibt!" so der Wunsch des Samtgemeindebürgermeisters zum Ende seiner Ausführungen.
Mit einer amüsanten Rückschau auf Ereignisse in 2012, einer plattdeutschen Geschichte und Erinnerungen aus der Feder des Journalisten und Chronisten Walter Münstermann, vorgetragen von Sparkassenchef Klaus Gehrke, fand die Veranstaltungen die passende Überleitung zur Ehrung von Rolf Tegtmeier. Drei Amtsperioden hat der als Komiteeältester dem Bürgerschützenfest seinen besonderen Stempel aufgesetzt. Für sein Engagement zeichnete ihn die Stadt mit dem großen Ehrenteller und einer Urkunde aus. Foto:pd
