BAD NENNDORF (Ka). "Wir brauchen weniger Reden, mehr Gedanken - wir brauchen weniger Interessen, mehr Gemeinsinn!", das Zitat vom liberalen Politiker Walther Rathenau, wählte der SPD Samtgemeinde-Vorsitzende, Dr. Udo Husmann mit Bedacht für den SPD Neujahrsempfang im Schlösschen. Als Gastgeber fungierten neben dem Samtgemeindeverband, auch der Ortsverein und die Kreistagsmitglieder Gudrun Olk, Ralph Tegtmeier und Sigmar Sandmann, die das Reden den Gästen mit dem SPD Landtagskandidaten Karsten Becker und dem Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy überließen. Beckers Wünsche im 150. SPD-Jahr vereinten zukunftsorientierte und präventive Kernthemen, wie das Stärken von frühkindlicher Bildung, Forderungen nach Kitas und Ganztagsschulen, Reformierung des Bildungssystems und die Abschaffung der Studiengebühren, wie auch die Energiewende, Abschaffung des Flächenfaktors im kommunalen Finanzausgleich und Schaumburgs Zukunft. Der relativ kleine Landkreis kämpft gegen den Flächenfaktor und damit um Millionen, so Becker und bezifferte den Verlust der letzten fünf Jahre mit 33 Millionen Euro. Nur dünn besiedelte und großflächige Landkreise profitieren vom Flächenfaktor, der ebenso wie die pro Kopf-Berechnung den Indikator für den Finanzbedarf ermittelt. "Wir müssen nicht Fläche fördern, wir müssen Bereiche fördern, wo die Zukunft der Bürger liegt", so Becker und verwies zudem auf den demografischen Wandel, bei dem die Hochbetagten-Zahl drastisch ansteigt. Die kommunale Fortentwicklung liegt in einer engen Nachbarschaft und einer ausgeprägten Selbständigkeit, so Beckers klare Haltung zum kleinen Flächenmaß. Dr. Husmann und Edathy erinnerten an die anstehende Landtagswahl am 20. Januar und bitten die Bürger vom Wahl-Recht Gebrauch zu machen. Die politischen Werte mit Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität bilden das Fundament der ältesten Partei, so Edathy und erinnerte an Umsetzungen mit dem Wahlrecht, wie auch die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Mancher Kampf ist noch nicht zu Ende und dauert an, so der Vorsitzende des NSU-Untersuchungsausschusses und ging in wenigen Worten auch auf das wirksame Handeln gegen Rechts ein. Er und seine Vorredner dankten den Bürgern, die sich aktiv gegen die Neonazi-Aufmärsche einsetzen. Keiner wird als Nazi geboren, so Edathy, sie verdrehen die Geschichte. Lächerlich und zerrupft seien die Braunen beim sogenannten Trauermarsch dahergekommen, formulierte Dr. Husmann und verurteilte den Anschlag auf das Haus der 2. Vorsitzenden des Bündnisses "Bad Nenndorf ist bunt". Das Thema "Gesundheit" findet am Mittwoch 9, Januar Aufmerksamkeit. Sebastian Edathy und Professor Karl Lauterbach laden alle Bürger ein und diskutieren im Bistro der Wandelhalle, 18.30 bis 20 Uhr, über die aktuelle Entwicklung in der Gesundheitspolitik und beschäftigen sich mit der Frage: "Woran krankt es in Deutschland?". Foto: ka
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Weniger Reden, mehr Gedanken
SPD veranstaltet Neujahrsempfang mit Rückblick auf ein turbulentes Jahr
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