Im Rahmen eines Schulinformationstages mit Weihnachtsmarkt hatten die Initiatoren deshalb jetzt zu einer Podiumsdiskussion eingeladen. Über das Thema "Sekundarschule: Schule der Zukunft - Zukunft der Schule?" diskutierten dabei Petra Witt, die Vorsitzende des Verbandes Deutscher Privatschulen im Landesverband NRW, Peter Wehrmann, Rektor der Sekundarschule Nordlippe, Hans-Werner Rüther, Schulrat im Kreis Lippe, Hennig Tausch, stellvertretender Schulpflegschaftsvorsitzender an der Realschule in Varenholz sowie der Varenholzer Rektor Frank Ziegler. Die Moderation hatte Thorsten Wagner, Chefredakteur von Radio Lippe, übernommen.
Grundsätzliche Übereinstimmung bestand bei allen Podiumsteilnehmern in der Beurteilung der Zukunftschancen für die neue Schulform der Sekundarstufe I, die einhellig als "sehr gut" prognostiziert wurden.
"An einer Sekundarschule können die Schüler von- und miteinander lernen, und zwar vom Förderschüler bis hin zum Gymnasiasten," stellte Hans-Werner Rüther hinsichtlich der Vorteile der neuen Schulform fest. Und Peter Wehrmann beschrieb seine ersten Erfahrungen mit der Sekundarschule als sehr zufrieden stellend, vor allem weil jeder Lehrer die Gelegenheit habe, sich noch einmal von Grund auf mit dem Thema Schule auseinander zu setzen.
Die punktuellen Möglichkeiten hob Henning Tausch besonders hervor: "Kinder können an einer Sekundarschule dort abgeholt werden, wo sie sind. Und das mit dem Ziel, das Beste für jeden herauszuholen mit all den Möglichkeiten, die jeder Schüler hat - also mit seinen Stärken und nicht mit seinen Schwächen."
Und der Varenholzer Schuleiter Frank Ziegler wies darauf hin, dass man auch an der Realschule eine sehr "heterogene Klientel" gehabt habe. An der neuen Sekundarschule indessen "können wir jetzt ein so breites Bildungsspektrum anbieten, dass wir jeden Schüler zu einem passenden Abschluss führen können."
Petra Witt betonte die Vorteilen einer Sekundarschule in privater Trägerschaft: Varenholz sei schon jetzt eine "Leuchtturmschule". Viele private Schulen hätten nicht das Problem zu weniger Schüler, sondern zu wenige Plätze. Das liege unter anderem daran, dass in Privatschulen immer die pädagogischen Leitgedanken im Vordergrund stünden, und erst an zweiter Stelle betriebwirtschaftliche Überlegungen folgten.
In Sachen Inklusion, konstatierte Hans-Werner Rüther, die Lehrer müssten "sehr binnendifferenziert" denken. Und bei der Abschlussfrage, "wo stehen wir in drei Jahren mit der Sekundarschule?" prognostizierte der Kreis-Schulrat, dass die Sekundarschule anstelle der Haupt- oder Realschule wahrscheinlich der "Normalfall" werde. Schloss Varenholz habe dabei den Vorteil, dass die Klassen sehr viel kleiner als an einer öffentlichen Schule seien. Dafür, freilich, müssten die Eltern aber auch etwas bezahlen.
Und Schluleiter Frank Ziegler fasste schließlich zusammen: "Alle Kolleginnen und Kollegen aus Schule und Internat müssen in den nächsten drei Jahren mitgenommen werden, um das in der Region einzigartige Angebot von Schloss Varenholz im Schul- und Internatsbereich weiter auszubauen." Foto: km
