1. "Alle schauen einfach weg"

    Sportunfall von Maximilian Bock / Offener Brief kritisiert politisches Verhalten

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    LAUENAU (jl). In einem Offenen Brief an Sebastian Edathy (SPD) fordert der Lauenauer Wilfried Bock die Politik auf, den tragischen Radsportunfall seines Sohnes Maximilian aus dem Jahre 2008 in der Öffentlichkeit aufzuklären. Der damals 15-Jährige stürzte während eines Trainingslagers in Südfrankreich, verletzte sich lebensgefährlich und trug schwerste Behinderungen davon. Der Vorwurf seines Vaters: "Es gibt keinen Verantwortlichen. Alle schauen weg, werben aber im Hintergrund für Zivilcourage und Fairplay."

    Im Oktober 2011 hätte auch der Parteigenosse und Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) Rudolf Scharping auf einer gemeinsamen Veranstaltung in Bückeburg versprochen, dass möglicherweise in der Vergangenheit passierte Fehler aufgearbeitet würden. Dass sie trotz mehrfacher Anfragen und weiterer Versprechungen aber keine Rückmeldung erhielten, habe seine Familie sehr enttäuscht, so Bock.

    Er habe dann um ein weiteres Gespräch mit Edathy gebeten und diesen vorab wieder umfassend über den aktuellen Stand informiert. "Als wir dann […] bei Ihnen im Büro Stadthagen vorstellig wurden, fragten Sie, um was es denn überhaupt gehe. Dann aber hatten Sie angeblich ein Schreiben von Herrn Scharping in Ihrem Büro Berlin vorliegen, was Sie mir in der darauf folgenden Woche schicken wollten. Auch Sie haben Ihre Zusagen nicht eingehalten; Ihr Büro in Berlin hat mir mitgeteilt, dass dieses Schreiben gar nicht existiert. Scheinbar wollen Sie gemeinsam mit Herrn Scharping diesen Fall einfach nur ‚aussitzen‘!" Nicht einmal 45 Cent für eine Genesungskarte wären übrig. "Ein 15-jähriger Sportler aus dem Landeskader, mehrfacher Landesmeister in fast allen Radsportdisziplinen, wird einfach nur links liegen gelassen", kritisiert Bock. Er wirft dem Bundestagsabgeordneten Unsportlichkeit vor, da er wie alle anderen auch einfach wegschaue. Edathy selbst hat kein Verständnis für den Offenen Brief und die darin enthaltenen Vorwürfe. "Der Sportunfall des Sohnes von Herrn Bock 2008 in Frankreich berührt mich", sagt der Schaumburger Bundestagsabgeordnete, der nach eigenen Angaben Bock angeboten hat, Ansprechpartner für sein Anliegen zu ermitteln – ohne in der Sache zuständig zu sein. "Auf das Einschalten eines Rechtsanwaltes, was sicherlich sinnvoller gewesen wäre, als sich Jahre später an mich zu wenden, hat Herr Bock verzichtet. Die Prüfung des Sachverhaltes in meinem Büro ist noch nicht abgeschlossen. Ich habe Herrn Bock zugesichert, dass ich ihn unterrichte, sobald dies der Fall ist", so Edathy. Der BDR hingegen hat auf eine entsprechende Presseanfrage – abgesehen von einer Lesebestätigung – bis heute nicht reagiert. Der vollständige Offene Brief ist auf Bocks Internetseite www.Bock-VSP.de nachzulesen. Eine umfassende Darstellung und weitere Informationen zum tragischen Sportunfall von Maximilian Bock lesen Sie in einer der kommenden Ausgaben.

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