1. Königin der Instrumente kehrt heim in die Klosterkirche

    Orgel soll bis Jahresende wieder in Betrieb genommen werden / Förderung und Sponsorengelder machen es möglich

    Dieser Eintrag wird bereitgestellt durch Schaumburger Wochenblatt | Impressum

    Direkt im Anschluss wurde die fast 170 Jahre alte Orgel von den Mitarbeitern der Firma teilweise demontiert und für den Transport nach Leer vorbereitet, wo sie seitdem weitestgehend in ihren Originalzustand zurück versetzt wurde. Spätestenes im Dezember 2013 soll die "Königin der Instrumente" dann in Möllenbeck wieder erklingen. Die Kirchengemeinde war in ihren Bemühungen um die Finanzierung der Maßnahme auf Gönner angewiesen, da in den Zeiten pekuniärer Schwindsucht immer häufiger ursprünglich zugesagte Mittel gestrichen wurden. Vor neun Jahren hatte zunächst der Kirchenkreis vorläufig die finanziellen Segel gestrichen, und auch die EU-Fördermittel aus dem "Leader-plus"-Fonds wurden seinerzeit verweigert - was sich freilich mittlerweile zum Guten gewendet hat: Tatsächlich wird das Projekt jetzt doch zum größten Teil mit Leader-plus-Mittel finanziert, und auch die Landeskirche hatte Zuschüsse zugesagt. Dennoch reichten die seinerzeit verfügbaren knapp 400.000 Euro noch nicht ganz aus. Weitere Sponsoren waren gefragt - und wurden gefunden: Unter anderem die Deutsche Sparkassen-Stiftung und die Sparkasse Schaumburg kamen für einen Betrag von rund 25.000 Euro auf.

    Der beklagenswerte Zustand der "Königin der Instrumente" ist unter anderem auf einige kuriose Vorkommnisse zurück zu führen. So wurden gegen Ende des ersten Weltkrieges im Jahr 1917 alle großen Orgelpfeifen im Bereich des 1836 erbauten Prospektes requiriert, und zwar für militärische Zwecke: Die insgesamt 85,47 Kilogramm schweren, aus Zinn bestehenden Teile wurden am 20. Juni 1917 demontiert - und später zu Führungsringen an Granaten umfunktioniert. Pro Kilo wurde die Gemeinde mit 6,30 Mark entschädigt - plus 35 Mark für Unkosten.

    Besonderes Pech für die Möllenbecker war, dass die Orgel erst im Jahr 1906 zum größten Teil renoviert und erneuert worden war. Um das Instrument 1917 wieder "flott" zu machen, wurden die fehlenden Zinnpfeifen durch hölzerne ersetzt. Da aber Holz bekanntlich "arbeitet", dauerte es nicht lange, bis die ersten Missstimmungen hörbar wurden.

    Dass die Orgel bis Ende des Jahres wieder betriebsbereit ist, dürfte übrigens sicher sein, Verzögerungen wie bei Großprojekten in Berlin oder Stuttgart wären "tödlich": Dann würde rigoros der größte Teil der zugesagten Zuschüsse aus öffentlicher Hand gestrichen. Foto: km

  2. Kommentare

    Bitte melden Sie sich an