POHLE (al). Drei Tage lang hat sich das Pohler Dorfgemeinschaftshaus in ein Theater verwandelt. Die örtliche "Bunte Bühne" präsentierte in mehreren Veranstaltungen "Die kleine Horrorvilla". Nicht Grusel bestimmte die Szenerie, sondern viel Heiterkeit. Daran hatten nicht nur die Lauenauer Grundschüler bei der Premiere ihren Spaß, sondern auch die erwachsene Dorfbevölkerung. Letztes Jahr hatten sie auf den lokalen Kulturgenuss verzichten müssen. Aufgrund eines tragischen Geschicks musste die "Bühne" pausieren. Nun aber war wieder zurück – mit einer neuen Idee: Statt Märchen oder Musical sollte es ein Horrorstück sein. Das allerdings war für die bisherige Haupt-Zielgruppe, den Kindergartenkindern, nicht geeignet. So kamen die Schüler in den Genuss eines Klassenausflugs. Nach den eineinhalb Stunden wurde gemeinsam gefrühstückt. Dann ging es zu Fuß zurück in den Flecken. So ein wenig standen sie da noch ganz unter dem Eindruck des Gesehenen. Bewohnerin Rita wohnte in einem düsteren Haus gemeinsam mit mehreren spukenden Personen: Hexe Walpurga, Geist Judith, Vampir Vanessa und Knochengerippe Frank. Eigentlich muss Rita ihren Besitz verkaufen; doch das passt den Geistern nicht. Sie sinnen auf eine List, eventuelle Käufer zu vergraulen.
Dabei nehmen sie den Anzeigenvertreter Wolfgang Mann ins Visier, der sich mit einem Geräteungetüm erfolgreich auf die Suche nach Gespensterspuk begibt. Doch die Mühe der Geister wäre nicht einmal nötig gewesen: Kaufinteressent Onkel Ludwig wollte das Haus nur mit Gespenstergestalten. Das Stück gefiel nicht nur dank perfekter Dialoge, Bühnenbild und ausgesprochen aufwendiger Kostümierung. Eine Fledermaus segelte unter der Decke; der Kronleuchter war mit Spinnweben behängt. Buchstäblich kreidebleich war Vampir Vanessa, die den Tag in einem Sarg verbrachte und des Nachts die "Blutbar" aufsuchte. Knochengerüst Frank verlor durch ein Missgeschick seinen Arm, der kurzerhand wieder angenäht wurde. Das meiste Vergnügen aber bereitete vor allem den Kindern die Szenen mit spukenden Gestalten, als Köpfe unversehens aus der schwarzen Dekoration auftauchten oder hinter einem Fenster Grimassen schnitten.