RINTELN (km). Wie genau die Geschichte der Beziehung zwischen Adam und Eva eigentlich ausgegangen sei, das wusste Eg Witt nicht mehr so genau. Bekannter und nachvollziehbarer aus dem Fundus von Religion, Geschichte und Literatur sei zweifelos die berühmte Geschichte von Romeo und Julia.
Bei der Enthüllung seiner Stele "Eiertanz" am vergangenen Freitagnachmittag vor dem Prinzenhof wurde in diesem Zusammenhang zumindest eines deutlich: Das buchstäblich zusammengeschweißte Paar, das ab sofort vor der Eingangstür zum Verwaltungsgenbäude der Sparkasse steht, hinterlässt einen nachhaltigen Eindruck von Untrennbarkeit. Einen Eindruck, der vielleicht durch die späte Namensgebung der zirka zwei Meter hohe Eisenskulptur mit "natürlicher Korrosion" erst so richtig ermöglicht wurde:
Die schon rund 20 Jahre alte Stele, die bis vor kurzem noch den Namen "Radpaar" trug, "taufte" der Rintelner Künstler nach dem Vorschlag eines Bielefelder Architekten in "Eiertanz" um.
Rund 30 Gäste konnte Sparkassen-Vorstandsmitglied Günther Klußmeyer bei der feierlichen Enthüllung vor dem Prinzenhof begrüßen - die sich bei gefühlten zehn Grad minus mit Glühwein wärmten, bevor das Geheimnis gelüftet wurde und der "Eiertanz" aus der Nähe begutachtet werden konnte.
Auf der in den Boden eingelassenen Bronzeplakette neben der Skulptur konnte jedermann erläuternd lesen: "Das Zusammenschmelzen zweier Figuren - ein fragiler Balanceakt".
Während die Stele selbst einen eher stabilen, unzerbrechlichen Eindruck hinterlässt, hatte ein Kunstkritiker die Bedeutung des Werkes und seines Schöpfers zuvor bereits aus einer noch distanzierteren Perspektive auf den Punkt gebracht: "Zum Thema Zweierbeziehung, auf Zeit oder lebenslang, stellt Eg Witt das herkömmliche, ewige Paar, welches den Fortbestand des Homo sapiens garantiert, in einer etwas gefährdeten und humorvollen Ausbalancierung dar." Foto: km
