BAD NENNDORF (pd). Die Tatsache, dass das Thema "Kurparkausbau" mittlerweile über die zweite Ratsperiode hinaus diskutiert wird, hat erneut zu einer "Elefantenrunde" geführt. Im Saal vom "Schmiedegasthaus Gehrke in Riepen" tagten Bauausschuss, Umweltausschuss zusammen mit dem Fremdenverkehrs- und Wirtschaftsausschuss der Stadt Bad Nenndorf. Die Umgestaltung des Kurparks und der Ausführungsplan standen unter anderem zur Diskussion.
Nach mehr als zweieinhalb Stunden sprach sich die Mehrheit der Gremien für die Beschlussvorschläge aus, allerdings mit einigen Änderungen. Vor allem über die Fragen, wo welcher Belag aufgebracht werden soll und von wo aus zukünftig die Zufahrt zum Kurpark liegen soll, entwickelten sich ausgiebige Wortgefechte. Zu Beginn der Aussprache nutzte Hauptamtsleiter Heinrich Bremer die Gelegenheit, den Ratsvertretern die "zeitliche Bredouille" eindringlich vor Augen zu führen. Er hoffe nun auf ein "Einlenken in der Zielgeraden" und darauf, dass alle an einem Strang ziehen würden. Kompromisse seien vonnöten, um jetzt die Weichen für die abschließende Ratssitzung am 19. Dezember zu stellen.
Die umfangreichen Arbeiten im zentralen Bereich des Kurparks im kommenden Jahr hätten auch Auswirkungen auf die Veranstaltungen, brachte Bremer noch an. Er sei "guten Mutes", die Pläne bis Ende 2013 abschließen zu können. Dies ist notwendig, um die Fördermittel nicht aufs Spiel zu setzen.
Bernd Lohaus vom beauftragten Planungsbüro Kirchner/Hobigk brachte nochmals die wichtigsten Eckpunkte vor, über die die Ratsvertreter zu entscheiden hatten. Wegführungen und auch die Frage nach "wassergebundener Decke" oder "Asphaltschicht" ließen die Liste der Wortmeldungen anwachsen. Während Ratsherr Frank Steen von der Wählergemeinschaft Nenndorf (WGN) alle Argumente für "längst ausgetauscht" hielt, konnte sich Ratsherr Volker Busse von der SPD über Detailfragen lange ereifern. Steen warnte davor, alles wieder von vorne auf den Prüfstand zu stellen, hatte aber Verständnis dafür, dass sich die neuen Ratsvertreter erst in die Materie einarbeiten müssten.
Nach den letzten Plänen soll die Anlieferung durch Lkw in Zukunft über die Bahnhofstraße erfolgen, und zwar über eine Zufahrt rechts vom Parkplatz des Grandhotel "Esplanade". Dann müsse die Ampel an der Bahnhofstraße unter Umständen versetzt werden, meinten einige. Marlies Matthias (CDU) erinnerte daran, dass ihre Partei 2010 für zwei Zufahrten plädiert hatte. Uwe Engelking (WGN) sieht keine Veranlassung dafür, beim Ausbau einer Zufahrt von der Bahnhofstraße aus gleich die Ampel versetzten zu müssen oder gar eine zusätzliche Abbiegespur zu schaffen. "Da lassen wir ´mal die Kirche im Dorf", merkte er dazu an.
Busse kritisierte die Verwaltung, die nach seiner Auffassung zu lange "nichts gemacht hat" und bekam dafür von Ratsherr Herbert Kruppa (ebenfalls SPD) Rückendeckung. Der Hauptamtsleiter wollte das so nicht stehen lassen, gab aber zu mit der Arbeit "etwas in Verzug geraten zu sein". Diese Kritik löse jetzt aber den aktuellen Sachverhalt nicht, antwortete Bremer in Richtung des SPD-Fraktionssprechers. Die Gespräche mit der Denkmalsschutzbehörde würden sich nicht so einfach gestalten und auch in dieser Behörde sei es nicht leicht, einfach Termine zu bekommen. Wichtig sei, einigermaßen verbindliche Entscheidungen zu treffen.
Am Ende sprachen sich die Mehrheiten in den Ausschüssen dafür aus, die "Hauptzufahrt" westlich des Landgrafenhauses auf einem asphaltierten Teilstück zu planen. Die Verwaltung soll diese Version erneut der Denkmalschutzbehörde vorlegen. Statt der im Plan eingezeichneten Baumstrahler soll es auf dem Weg östlich des Sonnengartens so genannte Leuchtpoller geben.