1. Vom Hirschen, der nach Wasser sucht und der Seele, die nach Gott verlangt

    Höhepunkt der Rintelner Musiktage mit Meisterwerken von Bach und Mendelssohn

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    RINTELN (km). Über eine erneut fast bis auf den letzten Platz besetzte Nikolai-Kirche konnten sich die Organisatoren der 37. Rintelner Musiktage freuen. Beim zweiten Konzert im Rahmen der Veranstaltungsreihe standen am Sonntag drei hochkarätige Meisterwerke auf dem Programm: Die fünfte Symphonie von Felix Mendelssohn-Bartholdy ("Reformationssymphonie"), sein 42. Psalm ("Wie der Hirsch schreit") für Soli, Chor und Orchester sowie zum Auftakt die Bach-Kantate 140 ("Wachet auf, ruft uns die Stimme").

    Unter der Leitung von Wolfgang Westphal sangen und spielten Ina Westphal (Sopran), Patrick Grahl (Tenor), Sebastian Brendel (Bariton), der Jugendchor der Evangelischen Singschule, der Schaumburger Oratorienchor und das Göttinger Symphonie Orchester.

    Mendelssohns Reformations-Symphonie, erläuterte Westphal bei der Einführung, lege Zeugnis ab für seinen tief im Christentum (als Jude) wurzelnden Geist und seine Anhänglichkeit an den evangelischen Glauben, in dem er aufgewachsen sei. Das Werk benutze im ersten Satz das sogenannte "Dresdner Amen", eine musikalische Formel, die später durch Wagner im "Parsifal" berühmt geworden sei. Im letzten Satz erklinge Luthers berühmter Choral "Ein feste Burg" - aber auch die beiden Innensätze zeugten "von der Freiheit eines Christenmenschen".

    Bei dem Psalm 42 ("Wie der Hirsch schreit", Opus 42) handele es sich zweifellos um eines der schönsten instrumental begleiteten geistlichen Werke. Der "zentrale Gedanke der Zuversicht auf Gott" finde dabei seine musikalische Entsprechung in dem mottohaften, einprägsamen Motiv "Harre auf Gott". Das werde in Nummer 4 in einem kurzen homophonen Satz und in Nummer 7 in einer "großangelegten, prachtvollen und gewaltigen Fuge ausgeführt, die in ihrer melodischen und architektonischen Macht an ähnliche Sätze des großen Händel erinnert".

    Westphal verwies auch auf den "großen formalen und musikalischen Reichtum" und den lyrischen Eingangssatz mit dem poetischen Bild des Hirsches, der nach dem Wasser sowie der Seele, die nach Gott verlange.

    Die Bach-Kantate "Wachet auf, ruft uns die Stimme" ist für Wolfgang Westphal "sicher mit eines der wunderbarsten Werke, die J. S. Bach geschaffen hat". Am Anfang seiner, Westphals, Dienstzeit vor 37 Jahren habe er das Werk schon einmal aufgeführt - "insofern schließt sich hier ein Kreis," so der Kreiskantor, der sich im nächsten Jahr in den Ruhestand verabschieden wird. Foto: km

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