SCHAUMBURG (km). Rund 100 Besucher, darunter Landrat Jörg Farr, Rintelns stellvertretender Bürgermeister Karl Lange und Ortsbürgermeister Eckhard Hülm nahmen am Volkstrauertag an der zentralen Gedenkfeier des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge auf dem Ehrenfriedhof an der Paschenburg teil.
Neben der Prominenz aus Politik, aus Organisationen und Verbänden sowie einer Abordnung der Bundeswehr fand sich traditionsgemäß auch wieder eine Delegation der Kyffhäuser ein, die mit ihren Standarten seit vielen Jahren das optische Bild der Veranstaltung prägen und beide traditionell auch einen Kranz am Ehrenmal niederlegen.
Den musikalischen Teil bestritt ein Blasquartett der Kreisjugendmusikschule, für den vokalen Beitrag sorgten diesmal die Männer der Vereinigten Chöre aus Rinteln, und die Totenehrung nahmen wieder Schüler vom Stadthäger Gymnasiums am Schlosspark vor. -
Nach der Begrüßung durch den Kreisvorsitzenden Werner Vehling hielt Andreas Kühne-Glaser, Superintendent des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Grafschaft Schaumburg, die Gedenkrede, in der Jahr für Jahr an jene Menschen erinnert wird, die in den beiden Weltkriegen ihr Leben lassen mussten oder Opfer von Gewaltherrschaften wurden.
Kühne-Glaser widmete seine ersten Gedanken aber zunächst den konkreten Kriegen zwischen Palästina und Israel sowie in Syrien. Die Eindrücke, die sich dabei via TV oder Internet vermittelten, machten eigentlich nichts anderes klar, als dass tatsächlich durch Krieg niemals etwas erreicht werde - im Gegenteil: "Krieg ist die hilfloseste und dümmste Form, das zu erreichen, was sich alle Menschen wünschen: Das friedliche Miteinander. Deshalb sei jeder Krieg eine Bankrotterklärung der Menschlichkeit.
Was die Konflikte im eigenen Land anbelangt, beklagte Andreas Kühne-Glaser vor allem die Zunahme nationalistischen Gedankengutes. Neun Prozent der Deutschen hätten nachweislich mittlerweile ein "geschlossenes rechtes Weltbild". Warum das so sei, könne offenbar keine Statistik erklären. Aber was dagegen getan werden könne, dafür konnte der Superintendent zumindest den Rat eines Geistliche geben: Es reiche nich, "Nazis raus" zu rufen; "man kann diese Menschen nicht entsorgen - wir müssen uns um sie sorgen." Foto: km
