LAUENAU (al). Tief in seine Kasse gegriffen hat der Förderverein zum Erhalt der katholischen St. Markus-Kirche in Lauenau in den vergangenen Monaten. Ursprünglich war die Gemeinschaft angetreten, Geld für die laufende Unterhaltung der Gebäude zu sammeln. Jetzt finanzierte sie sogar komplett eine notwendige bauliche Maßnahme. Einstimmig hatten dies die Mitglieder zum Jahresbeginn beschlossen.
In Rede standen 15.000 Euro für die Sanierung der Außenwände des Gotteshauses. Feuchtigkeit drang durch marode Fugen und gebrochene Steine in das jetzt 50 Jahre alte Gebäude ein. Auch an manchen Stellen im Fundament sah der ehrenamtlich eingesetzte Bauleiter und selbst Vereinsmitglied Egbert Gelfert Handlungsbedarf.
Die bischöfliche Behörde sah die Notwendigkeit der Reparatur zwar ein; Geld aber gab es dafür nicht. So sah sich der Förderverein in der Pflicht.
Bei einem Pressegespräch bilanzierten jetzt Vorsitzender Karl-Heinz Strecker und Bauingenieur Gelfert das Projekt. "Wir haben viel geschafft", freute sich Strecker. Auf 15.000 Euro war der Auftrag an die Fachfirma veranschlagt. Dank offenbar überzeugender Nachverhandlungen bewirkte Gelfert einen rund zehnprozentigen Preisnachlass. Die zusätzlichen Fundamentarbeiten verursachten nur noch Materialaufwand. Zwölf Helfer wechselten sich in insgesamt 60 Stunden ab und legten das komplette Fundament der Kirche frei. Dort wurden marode Stellen ausgebessert und eine Dickbeschichtung vorgenommen. Das Unternehmen selbst reinigte alle Fassaden, fräste marode Fugen aus, setzte gebrochene Steine neu ein und hydrophobierte schließlich die Gesamtflächen. Wie Gelfert erläuterte, ist damit eine mindestens 15 Jahre haltbare Isolierung des Gemäuers sichergestellt: "Danach muss das neu gemacht werden." Doch dies werde im Vergleich zu den jetzt abgeschlossenen Arbeiten "nur eine kleine Maßnahme" sein.
"Was jetzt gemacht wurde, ist gut und sinnvoll", machte der Bauingenieur deutlich, während Strecker den Helfern dankte. Er sieht mehr denn je die Notwendigkeit des Fördervereins bestätigt: "Das muss doch auch in Hildesheim Eindruck machen."
Der Förderverein hatte sich vor vier Jahren vor dem Hintergrund von Schließungsplänen des Bistums Hildesheim gegründet. St. Markus war auf die bischöfliche Streichliste geraten, die das Aus für etliche Kirchen bedeuten sollte. Die hiesigen Katholiken wollten dies jedoch nicht klaglos hinnehmen. Sie erwirkten einen Aufschub, und sie kündigten an, selbst Mittel für die laufende Unterhaltung der Immobilie aufbringen zu wollen. Zum Jahresbeginn überzeugten sie die kirchlichen Behörden zudem von der fälligen Reparatur. Foto: al
