RINTELN (km). Über 30 Einbrüche - insgesamt 45 Straftaten - konnten jetzt von der heimischen Polizei aufgeklärt werden: Die Staatsanwaltschaft macht sechs junge Männer im Alter zwischen 18 und 27 Jahren dafür verantwortlich. Drei der mutmaßlichen Täter sitzen bereits in Untersuchungshaft. Der Gesamtschaden summiert sich locker zu einem sechstelligen Betrag, wie Kripo-Chef Jörg Stuchlik und Kommissariatsleiter Wilfried Korte am gestrigen Freitag in einer eigens anberaumten Pressekonferenz offenbarten.
Seit dem vergangenen Mai hatte die Polizei einen erheblichen Anstieg an Einbrüchen im Bereich des Stadtgebietes und der angrenzenden Ortsteile verzeichnet. Heimgesucht wurden neben Wohnungen und Wohnhäusern auch diverse Einzelhandelsgeschäfte, Kioske, Imbissbuden sowie Gastronomiebetriebe, Vereinsheime, Kindergärten und Schulen. Die Täter hatten sich dabei insbesondere auf Bargeld und Multimedia-Artikel (Flachbildschirme, PCs, Laptops, Monitore, DVD-Player oder Digitalkameras), aber auch auf Alkoholika, Lebensmitteln und Tabakwaren spezialisiert.
Im Zuge umfangreicher Ermittlungen sowie durch den Einsatz von Sonderstreifen und verstärkter Öffentlichkeitsarbeit konnte eine Gruppe von sechs männlichen Tatverdächtigen aus Rinteln ermittelt werden. Vier von ihnen sind bereits wegen einschlägiger Delikte amtsbekannt.Durch diverse Durchsuchungen mit Sicherstellungen umfangreichen Diebesgutes, Vernehmungen von Zeugen sowie weitestgehende Geständnisse der Tatverdächtigen konnte die Serie von über 30 Einbrüchen geklärt werden. Vier davon in Nordrhein-Westfalen, in Kleinenbremen und Lerbeck, gingen ebenfalls auf das Konto der in wechselnder Besetzung agierenden Tätergruppe. Darüber hinaus führten die Ermittlungen zur Klärung von Pkw- und Fahrraddiebstählen sowie weiterer Delikte wie zum Beispiel Fahren ohne Führerschein oder Ladendiebstahl. Gegen drei der sechs Täter wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft seitens des Amtsgerichts Bückeburg Untersuchungshaft verhängt.
Die Ermittlungen hinsichtlich des Verbleibs des Diebesgutes, der Zuordnung der sichergestellten Beweismittel sowie möglicher weiterer Straftaten der Gruppe dauern derzeit noch an. In dem Zusammenhang wiesen Jörg Stuchlik und Wilfried Korte besonders auf die Mühen der "Nachsorge" hin. Das umfangreiche Diebesgut - sofern noch vorhanden - seinen Besitzern zuzuordnen, ist mit penibler, zeitaufwändiger Kleinarbeit verbunden. Die drei dazugehörigen Aktenordner sind rund 700 Seiten stark. "Aber irgendwann," so Wilfried Korte, "müssen wir einfach mal einen Schlussstrich ziehen."
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